Lambrecht sieht kein „strukturelles Rassismusproblem“ bei Polizei

Polizei in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat Klagen der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken über einen „latenten Rassismus“ in den Sicherheitskräften und den Ruf nach einer neuen Meldestelle zurückgewiesen. „Die absolute Mehrheit der Polizistinnen und Polizisten in Deutschland hat mit Rassismus absolut nichts am Hut. Ein besonderes strukturelles Rassismus-Problem sehe ich bei der Polizei daher nicht“, sagte Lambrecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Meldestellen gebe es bei der Polizei von Bund und Ländern. „Ich kann nur jeden aufrufen, der Opfer von Rassismus und Diskriminierung wird, das auch zu melden. Dann kann reagiert werden.“ Die SPD-Vorsitzende Esken hatte in einem Zeitungsinterview einen „latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte“ beklagt und gefordert, eine unabhängige Stelle müsse mit der Bearbeitung von Beschwerden betraut werden. Lambrecht sagte der NOZ: „Bei Polizei und Justizbehörden gibt es Einzelfälle.“ In Frankfurt liefen zum Beispiel Ermittlungen gegen Polizisten, nachdem eine NSU-Opferanwältin bedroht worden sei. „Jeder Einzelfall, egal ob bei Bundespolizei oder Landespolizei, muss konsequent aufgeklärt und geahndet werden“, mahnte die SPD-Politikerin. Es handele sich aber um kein spezifisches Problem bei den Sicherheitskräften. „Rassismus reicht weit in die Gesellschaft hinein, es gibt im Alltag immer wieder Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe oder Namen, etwa bei Bewerbungsverfahren, und jeder Einzelfall muss verfolgt werden“, sagte Lambrecht. Der Kampf gegen Rassismus sei „eine Daueraufgabe, der wir uns etwa mit der Verschärfung des Gesetzes gegen Hass und Hetze im Netz stellen“. Innerhalb der Bundesregierung sei die Bekämpfung von Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus „Chefsache“. Die Demonstrationen gegen Rassismus in zahlreichen deutschen Städten bezeichnete Lambrecht als „ein gutes Zeichen“. Allerdings müssten auch hierbei die Corona-Regeln eingehalten werden.

Anzeige

Foto: Polizei in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenKopilot von FlyDubai-Anschlag identifiziertNachrichtenBericht: VW soll Lenkungsproblem schon seit zwei Jahren kennenNachrichtenCDU-Wirtschaftsrat will Bündelung der Wirtschaftskräfte im Osten
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
BremenWetterbericht für Niedersachsen/Bremen (03.10.2026)NachrichtenEinkommenslücke zwischen Ost und West wird wieder größerNachrichtenOstbeauftragte will ostdeutsche BundespräsidentinNachrichtenGrünen-Chefin: „Schwarz-Rot-Gold selbstbewusst zeigen“NachrichtenKommunen verlangen Gesamtkonzept gegen WohnungsknappheitNachrichtenIW-Studie: Ost-Wirtschaft holt seit fünf Jahren nicht mehr auf

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026UOdMVerkehrFilmfest
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok