Hahn kritisiert erneute Taurus-Absage des Kanzlers

Florian Hahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Union wirft Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor, sich bei der Unterstützung der Ukraine von innenpolitischen Motiven leiten zu lassen. „Der Bundeskanzler ist extrem innenpolitisch geleitet, das sieht man auch an der Taurus-Debatte“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Florian Hahn (CSU), der „Welt“ (Donnerstagausgabe). „Seine Maxime lautet: Bloß die Bevölkerung nicht verunsichern. Das halte ich für kurzsichtig und sogar gefährlich.“

Es sei klar, dass die Bevölkerung in Umfragen große Skepsis zeige. „Aber wir können in dieser ernsten Lage nicht nach Stimmungslagen Politik machen“, sagte Hahn. „Durch unsere Zögerlichkeit verlängern wir den Krieg.“ Die Argumente, die Scholz gegen eine Taurus-Lieferung anführe, seien alle längst widerlegt, sagte Hahn. Der Kanzler werde „dramatisch schlecht“ beraten. „In seinem Umfeld fehlt es an sicherheitspolitischer Qualität“, so der CSU-Politiker.

Anzeige

Hahn kritisierte auch die mangelnde Abstimmung zwischen Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der Debatte um den Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine. „Ein Kanzler der Union hätte es nicht dazu kommen lassen, dass der französische Präsident und der deutsche Regierungschef am selben Tag in aller Öffentlichkeit völlig gegensätzliche Positionen vertreten“, sagte Hahn. Scholz habe es versäumt, „sich in diesen gefährlichen Zeiten frühzeitig mit Macron abzustimmen“.

Allein die Tatsache, dass sich Frankreich mit dem Szenario Bodentruppen beschäftige, mache deutlich, wie ernst die Lage in der Ukraine tatsächlich sei. Sollte Putin Erfolg haben, wäre der Einsatz europäischer Soldaten zur Abwehr Russlands „ohnehin auf der Tagesordnung – wenn wir nämlich die Nato-Ostflanke erheblich militärisch verstärken müssten, um das Bündnisgebiet zu schützen“, sagte Hahn. „Es ergibt also keinen Sinn, sich diesen Gedankengängen zu verschließen. Wir müssen uns damit beschäftigen.“

dts Nachrichtenagentur

Foto: Florian Hahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenLinke fordert Verschärfung des MietwucherparagrafenNachrichtenInfratest: Grüne bleiben in Baden-Württemberg klar stärkste KraftNachrichtenHistoriker Aly warnt vor Rückfall in autoritäre Strukturen
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NiedersachsenBericht: VW bereitet neuen Rückruf von E-Autos vorOldenburgFliegerhorst: Baubeginn für zwölf WohnungenNiedersachsenSanierung der L391 in Barsinghausen-Egestorf beginnt am 26. OktoberNiedersachsenSattelzugmaschine gerät auf A31 bei Schüttorf während der Fahrt in BrandNiedersachsenPhilippi fordert Klarheit bei Finanzierung der NotfallreformNachrichtenReiche unterhält regen Kontakt zu Energieunternehmen

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok