Grüne Jugend kritisiert Parteispitze nach Verlusten bei Jungwählern

Grüne Jugend kritisiert Parteispitze nach Verlusten bei Jungwählern

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Nach den massiven Verlusten bei Jungwählern hat die Grüne Jugend strategische Fehler der eigenen Partei kritisiert. „Die Grünen haben keine Klarheit in Fragen, die für junge Wähler über das Kreuz entscheiden“, sagte der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, der „Süddeutschen Zeitung“. Es fehlten klare Lösungsvorschläge für günstigere Mieten, eine Position zur Wehrpflicht oder einem günstigen Nahverkehrsticket. „So kann man keine Wahlen gewinnen“, mahnte Bobga.

Die Parteijugend kritisiert scharf, dass die Partei Warnungen nicht ernst genug genommen habe. „Ich habe in Sitzungen in den vergangenen Wochen wahnsinnig oft gehört: Wir haben bei jungen Wählern verloren. Was machen wir jetzt?“, so der Grüne-Jugend-Chef weiter. Er dachte, er sei „im falschen Film.“ Vor zwei Jahren war der damalige Grüne-Jugend-Vorstand schon wegen eines erfolglosen Rufs nach Veränderungen in der Partei zurückgetreten. „Das wurde damals wie in Teilen heute nicht ernst genommen oder aufgearbeitet“, so Bobga. Dabei attestieren auch Politikwissenschaftler den Grünen ein Zukunftsproblem. „Bei den Grünen müssen natürlich die Alarmglocken schrillen, wenn junge Wähler in großer Zahl abwandern“, sagte Wolfgang Schroeder, Professor am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), der „Süddeutschen Zeitung“.

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Die Jugendorganisation fordert nun eine Jugend-Offensive: „Wir müssen an der Substanz unserer Politik etwas ändern.“ Dazu gehöre neben einem bundesweiten Mietendeckel auch der Plan, große Vermögen stärker zu besteuern. „Natürlich geht es nicht um das geerbte Haus der Oma. Aber wir müssen auch an zweistellige Millionenbeträge ran“, forderte Bogba. Die Grüne Jugend will sich auch für einen Preisdeckel auf Grundnahrungsmittel einsetzen. „Eine Maßnahme, die viele Menschen direkt erreicht. Jeder merkt doch, dass die Grundversorgung im Supermarkt teurer wird. Wir könnten zeigen: Wir sind die, die Belastung senken.“

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