Coronavirus: Virologe will verstärkte Investitionen in Forschung

Coronavirus, über dts Nachrichtenagentur

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Mit Blick auf die aktuelle Coronavirus-Epidemie in China fordert der wissenschaftliche Leiter des Research Center for Emerging Infections und Zoonoses der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Albert Osterhaus, Mit-Entdecker der SARS- und MERS-Coronaviren, verstärkte Investitionen in die Forschung. Auch in Zukunft werde es durch Viren verursachte Ausbrüche geben, sagte Osterhaus der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Man solle „besser gerüstet sein dafür“.

„Das Wichtigste wäre aus meiner Sicht, uns in ‚Friedenszeiten‘ besser vorzubereiten“, so der Virologe weiter. Man rede „ja jetzt über das SARS-Coronavirus 2. Aber es hat auch das Coronavirus 1 gegeben, es hat MERS gegeben. Und es wird auch andere neue Coronaviren geben. Und es gibt nicht nur Coronaviren, sondern auch viele andere wie Ebola, Influenza, HIV, es gibt viele verschiedene Virusfamilien“, erklärte Osterhaus. Konkret bedeute dies, sich heute schon für zukünftige Ausbrüche zu wappnen. „Wir sind gerade dabei, mit verschiedenen Organisationen Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln, die universeller gegen verschiedene Viren eingesetzt werden können. Diese Investitionen sind sinnvoll, um es bei einem Ausbruch gar nicht erst so weit kommen zu lassen und ihn schneller eindämmen zu können“, so der Virenexperte weiter. Bessere Vorsorge und Investitionen in „Friedenszeiten“, das sei „gut investiertes Geld. Das würde ich mir wirklich wünschen“, sagte Osterhaus. Auch China hätte aus der SARS-Epidemie gelernt. „Im Vergleich zu der SARS-Epidemie vor 18 Jahren hat China tatsächlich viel effektiver reagiert. Ob das jetzt ethisch oder moralisch alles richtig ist, darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Aber sie haben das Problem auf jeden Fall dieses Mal ernst genommen und nicht wie bei Sars zu lange ignoriert“, so der Virologe. Allerdings dürfe man China nicht mit Europa gleichsetzen. „Solche Sachen wie die Quarantäne-Maßnahmen könnte man in Deutschland oder den Niederlanden nicht umsetzen. Sie können Berlin oder Hannover nicht einfach abriegeln“, sagte Osterhaus der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Umso wichtiger sei es, sich vorzubereiten und weiter an Medikamenten und Impfstoffen zu arbeiten.

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Foto: Coronavirus, über dts Nachrichtenagentur

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