Bundesbank fürchtet Auswirkungen von chinesischer Immobilienkrise

Straßenverkehr in Peking, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesbank geht davon aus, dass die Immobilienkrise in China Auswirkungen auch in Deutschland haben könnte. Es könnten „spürbare realwirtschaftliche Effekte auf Deutschland und andere Länder ausgehen“, heißt es im Monatsbericht für November, der am Montag veröffentlicht wurde.

So zeige eine Modellrechnung, dass in Deutschland vor allem wegen verringerter Exporte die Wirtschaftsleistung im ersten Jahr um 0,6 Prozent sinken könne. „Vermutlich unterschätzt das Modell die Wirkungen sogar“, heißt es dazu im Monatsbericht. Denn die weltweite Verunsicherung sei dabei noch gar nicht eingepreist. Für die Simulation waren die Experten davon ausgegangen, dass der Einbruch der Bauinvestitionen in China und die höhere Investitionsrisikoprämie die gesamtwirtschaftlichen Investitionen dort erheblich behindern.

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Der Rückgang der Häuserpreise um geschätzt ein Fünftel vermindere das Vermögen der privaten Haushalte in China, die daraufhin ihren Konsum deutlich einschränken. Das reale Bruttoinlandsprodukt Chinas bleibe dadurch im ersten Jahr um rund 7 Prozent zurück. Infolge der geldpolitischen Reaktion auf diese Krise werte der Renminbi deutlich ab. Die Importe Chinas könnten sich wegen der Abwertung und der gesunkenen Nachfrage um rund ein Fünftel verringern, so die Berechnungen der Bundesbank.

Seit Beginn der 1990er Jahre hatte der chinesische Immobilienmarkt einen beinahe ununterbrochenen Aufschwung erlebt. Die Wohnungsbauinvestitionen machten 2020 schätzungsweise rund 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, viel mehr als international üblich. Wegen der Schuldenkrise um den Immobilienkonzern China Evergrande halten sich chinesische Wohnungskäufer, die in der Regel in Vorkasse treten müssen, jetzt zurück. Dies verschärft die Liquiditätslage auch anderer Bauträger weiter.

Foto: Straßenverkehr in Peking, über dts Nachrichtenagentur

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