Kultur

World Press Photo: Prämierte Bilder wieder im Schloss

Das beste Pressefoto des Jahres 2019 entstand in Khartoum im Sudan am Rande der dortigen Protestbewegungen.

Das beste Pressefoto des Jahres 2019 entstand in Khartoum im Sudan am Rande der dortigen Protestbewegungen.
Foto: Yasuyoshi Chiba / Agence France-Presse

Oldenburg (vs) „Wir wollen die World Press Photo Ausstellung zeigen und damit diese tolle Erfolgsgeschichte fortsetzen“, sagt Professor Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Vom 20. Februar bis zum 21.März 2021 ist die Schau der weltbesten Pressefotos erneut im Schloss zu sehen, sofern die Situation es zulässt. In diesem Jahr haben mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher die Fotoschau gesehen, die 2016 erstmals von der Oldenburger Medienagentur Mediavanti nach Oldenburg geholt wurde und alljährlich mehr Besucher begeistert.

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Seit einigen Monaten ist Mediavanti-Geschäftsführer Claus Spitzer-Eversmann mit seinem Team und der Museumsleitung im Gespräch unter welchen Bedingungen die beliebte Fotoschau durchgeführt werden kann. Hygienevorschriften, Einlasskontrollen, Abstandsregelungen, Wegeführung und Onlineregistrierung müssen organisiert werden.

Nach jetzigem Stand können nach Aussage von Lisa Knoll, Projektkoordinatorin bei Mediavanti, 65 Gäste gleichzeitig die Ausstellung sehen, die in einem Einbahnstraßensystem durch die Räume geführt werden. Erstmals sind die Fotos vier Wochen in Oldenburg zu sehen. Die Öffnungszeiten werden am Donnerstag und Freitag bis 20 Uhr verlängert.

Sollte das Museum im kommenden Jahr aufgrund der behördlichen Vorgaben erst später öffnen, kann die Schau höchstens um eine Woche nach hinten verschoben werden. „Im April werden die neuen Fotos aus diesem Jahr ausgezeichnet“, sagt Claus Spitzer Eversmann, „dann kommt die neue Schau“.

Award-Gewinnerin Ester Horvarth kommt zu Eröffnung

Traditionell ist das Siegerfoto Bestandteil des Plakats und der Ausstellungsbroschüre und der Fotograf kommt zur Vernissage. In diesem Jahr hat der in Kenia lebende japanische Fotograf Yasuyoshi Chiba den Award gewonnen. Sein Siegerfoto zeigt eine Aufnahme vom Volksaufstand im Sudan. Darauf hält ein junger Mann eine Ansprache dicht umringt von Menschen und nur im Lichtkegel von Mobiltelefonen. „Wir haben auch eine Zusage von Yasuyoshi Chiba vorliegen“, freut sich Claus Spitzer-Ewersmann. „Aber ob er wirklich aus Kenia nach Deutschland reisen kann, werden wir wohl erst sehr kurzfristig wissen.“

Ein Eisbär und sein Junges erkunden in der Arktis neugierig die Expeditions-Ausrüstung, die das Forscherteam der „Polarstern“ dort aufgebaut hat. Die Aufnahme gewann den ersten Preis in der Kategorie „Umwelt“.

Ein Eisbär und sein Junges erkunden in der Arktis neugierig die Expeditions-Ausrüstung, die das Forscherteam der „Polarstern“ dort aufgebaut hat. Die Aufnahme gewann den ersten Preis in der Kategorie „Umwelt“.
Foto: Esther Horvath für The New York Times

Es gibt aber einen Plan B: Die Bremer Fotografin Esther Horvath war bereits im vergangenen Jahr in Oldenburg und zeigte ihre Aufnahmen, die sie während der Arktis-Expedition des Forschungsschiffs „Polarstern“ des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts gemacht hatte. Ihr Foto zweier Eisbären, die neugierig die auf einer Eisscholle installierten Forschungseinrichtungen betrachten, wurde als bestes Bild in der Kategorie Umwelt ausgezeichnet. Esther Horvarth kommt auf jeden Fall zur Vernissage.

Matineen ziehen ins „Schirrmann’s“ um

Die World Press Photo Schau ist in Oldenburg auch aufgrund ihres umfangreichen Begleitprogramms mit Führungen, Vorträgen und den mit der Werkschule organisierten Workshops so erfolgreich. Dieses Konzept wird auch 2021 beibehalten, wenn auch in abgewandelter Form. So werden die stets ausverkauften Matineen in das Restaurants „Schirrmann’s“ der Jugendherberge verlegt. Weitere Vorträge finden im Schlosssaal und Kulturzentrum PFL statt. Die Angebote für Lehrer und Schulklassen zu Themen wie Pressefreiheit und Fotojournalismus bleiben erhalten. Für Ausstellungsbesuche steht ihnen dann exklusiv der Montagvormittag zur Verfügung, an dem das Museum sonst geschlossen ist.

Sonderschau „Everyday Africa“

Ebenfalls eine Neuauflage bekommt die Sonderschau „Everyday Africa“. In ihr sind ausschließlich afrikanische Fotografinnen und Fotografen vertreten, die ihren Alltag dokumentieren. „Diese Sonderschau haben wir beim letzten Mal erstmals in Europa gezeigt“, so Lisa Knoll. „Sie fand so regen Zuspruch, dass wir nun weitere Arbeiten aus dem Projekt ausstellen werden.“ Mit dem aus dem Sudan stammenden und im dänischen Aarhus studierenden Salih Basheer kommt ein Vertreter von „Everyday Africa“ zu einem Vortrag nach Oldenburg.

Weitere Informationen gibt es unter www.worldpressphoto-oldenburg.de.

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