Kultur

Kamera bewacht den Grafen

012 war Graf Anton Günther auf seinem Pferd Kranich vor dem Oldenburger Schloss zu sehen. Ab März kehrt er zeitlich begrenzt in den Innenhof des Schlosses zurück.

2012 war Graf Anton Günther auf seinem Pferd Kranich vor dem Oldenburger Schloss zu sehen. Ab März kehrt er zeitlich begrenzt in den Innenhof des Schlosses zurück.
Foto: Katrin Zempel-Bley / Archiv

Oldenburg (zb) Jetzt ist es amtlich. Das umstrittene Reiterstandbild des Grafen Anton Günther wird ab dem 24. März anlässlich der Kabinettschau im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte „Graf Anton Günther und sein Weserzoll“ im Innenhof des Oldenburger Schlosses zu sehen sein. Leihgeber Bernd Eylers aus Hude hatte befürchtet, dass der Graf auf seinem Lieblingspferd Kranich vor Übergriffen nicht ausreichend gesichert ist. Deshalb musste nach einer geeigneten Lösung gesucht werden, wie das Reiterstandbild gesichert werden kann.

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Schließlich hat das Denkmal, das von dem Dresdener Künstler Walter Hilpert vor sieben Jahren im Auftrag des inzwischen verstorbenen Oldenburger Unternehmers Klaus Dierks kreiert wurde, erhebliche kontroverse Debatten in Oldenburg ausgelöst und die Bevölkerung diesbezüglich gespalten. Es gibt vehemente Befürworter, die Graf Anton Günther auf seinem Pferd am liebsten vor dem Schloss aufstellen wollen, und erklärte Gegner, die sich an dem Reiterstandbild aus politischen Gründen reiben und das es als Kunstwerk an sich kritisieren.

„Wir konnten jetzt mit Bernd Eylers einen Leihvertrag abschließen“, berichtete Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, auf Nachfrage. „Demnach wird es eine Kameraüberwachung geben, um das Reiterstandbild vor möglichen Beschädigungen zu schützen.“ Wer sich dann in der Dunkelheit dem Grafen unerlaubt nähert, obwohl die Schlosstore bereits verriegelt sind, wird nicht nur gefilmt sondern auch angestrahlt.

Alternativ hätte das Reiterstandbild jeden Abend aus dem Innenhof entfernt, in den Innenhof der Schloss-Remise verfrachtet und morgens wieder zurückgebracht werden müssen. Das wäre ein sehr aufwendiges Prozedere gewesen, denn das Reiterstandbild wiegt immerhin eine Tonne. „Die jetzige Lösung ist mit dem geringsten Aufwand verbunden und sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit“, ist Rainer Stamm überzeugt.

Allerdings wird der Graf auf seinem Pferd nur bis zum 14. April zu sehen sein. Die Chance, ihn dort später noch einmal sehen zu können, ist danach eher gering. Denn weder die Stadt noch das Land haben Interesse an dem Reiterstandbild, das ursprünglich mal als Geschenk an die Stadt gedacht war. Doch das Terrain vor dem Schloss gehört dem Land und das ist an dem Grafendenkmal nicht interessiert. Der Stadtrat wiederum hat per Beschluss der Aufstellung des Denkmals auf städtischem Grund eine klare Absage erteilt.

Seither steht der reitende Graf auf dem Gelände einer Autowaschanlage an der Cloppenburger Straße und das soll nach dem Willen der Erben des Reiterstandbildes so bleiben. Bernd Eylers ist im Besitz eines zweites Gusses, den er zu verschiedenen Anlässen öffentlich auf einem Anhänger präsentiert. So demnächst auch im Innenhof des Schlosses. Er kam schließlich auf die Idee vom fahrenden Denkmal und macht damit allerbeste Erfahrungen, wie er erzählt. „Egal, wo ich hinkomme, überall kommen Menschen auf mich zu und mit mir ins Gespräch“, sagt er. Nach der Station in Oldenburg will er den Grafen im Sommer in Oldenburgs Partnerstadt Cholet vorstellen.

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