Kultur

Kibum-Preis 2014 geht an Lara Schützsack

Die Autorin Lara Schützsack hat den mit 7600 Euro dotierten Kinder- und Jugendbuchpreis 2014 der Stadt Oldenburg bekommen.

Die Autorin Lara Schützsack hat den mit 7600 Euro dotierten Kinder- und Jugendbuchpreis 2014 der Stadt Oldenburg bekommen.
Foto: Stadt Oldenburg

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Oldenburg (pm) – Der Kinder- und Jugendbuchpreis 2014 der Stadt Oldenburg geht an Lara Schützsack. Sie bekommt den Preis für ihr Jugendbuch „Und auch so bitterkalt“. Der mit 7600 Euro dotierte Preis wurde der Autorin am Mittwoch, 19. November, im festlichen Rahmen im Horst-Janssen-Museum von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann überreicht: „Vier Nominierte haben es in diesem Jahr auf unsere ‚Shortlist’ geschafft. Bei über 300 Einreichungen ist schon das ein Riesenerfolg. Eines dieser vier Werke ragte aber noch ein wenig mehr heraus.“

„Was haben wir als Jury gefunden? Sozusagen die Top 4, vier potentielle Hits, so unterschiedlich sie für sich genommen auch klingen mögen. Mit einem klitzekleinen Vorsprung vor Hit Nummer 5“, so Jurymitglied Ralf Schweikart. „Wir lassen uns in einer Kindergeschichte in den italienischen Sommer entführen, blicken auf das Nachkriegs-Berlin kurz vor dem 17. Juni 1953 zurück, begleiten junge Menschen bei ihrer Suche nach ihren verschwundenen oder verstorbenen Geschwistern und verfolgen die langsame Selbstzerstörung einer jungen Frau mit. Zwischen Lachen und Weinen, zwischen Krimi und Psychogramm, zwischen Unterhaltung und Drama haben wir vier starke Stücke ausgewählt, die die ganze Bandbreite der aktuellen realistischen Kinder- und Jugendliteratur repräsentieren.“

Aus genau 303 Einsendungen, darunter 89 verlegte Werke und 214 Manuskripte, wählte die Jury letztendlich Lara Schützsack als Preisträgerin aus. „Lara Schützsack bietet ein Psychogramm einer Jugendlichen, die die Intensität eines ganzen Lebens in 16 Jahre packt und sich damit Alltagstrott und Langeweile erspart. Man kann die rebellische Heldin verstehen, auch wenn man sie nicht lieben wird. Rigorose Helden dieser Art gab es in der Literatur schon oft. Im Jugendroman ist die Figur der Lucinda eher Neuland. Bitte mehr davon!“, begründet Robert Elstner die Entscheidung der Jury.

Die Preisrede auf „Und auch so bitterkalt“ von Lara Schützsack hielt die Autorin Aygen-Sibel Çelik: „Wie im Zeitraffer taucht der Leser in den Kosmos der zauberhaften Lucinda ein. Die dichte Erzählatmosphäre, die einzigartige Sprache übt einen unausweichlichen Sog aus und zieht den Leser in den Strudel der Konflikte.“ und „Der filmische Charakter, der szenische Aufbau der Handlung einerseits, aber auch die eingestreuten Musikzitate runden den außerordentlich bewegenden Erzählstil ab. ‚Und auch so bitterkalt’ ist kein einfaches Buch. Episode um Episode erlebt der Leser hautnah wie ein junges Mädchen immer fester in die Klauen der Magersucht gerät und sich allmählich auflöst. Durch die Augen der Schwester Malina wird der Leser selbst zum Familienmitglied und ist gezwungen, die Hilflosigkeit der Familie zu ertragen und extreme Grenzsituationen auszuhalten. Und obwohl schon die Thematik klarstellt, dass das Ende unausweichlich ist, ist es dem Leser bis zum Schluss unmöglich die Hoffnung aufzugeben. Das liegt sowohl an der außerordentlichen Lebendigkeit, die Lara Schützsack ihren Figuren einhaucht, aber auch an der enormen Ausdruckskraft ihrer Sprache. Der Autorin ist es gelungen, einen psychologisch spannenden und gleichzeitig sprachgewaltigen Roman zu schreiben. Nicht die Handlung steht im Vordergrund, sondern die komplexe Figurenzeichnung sowie deren Konstellation zueinander. Eindrucksvoll gelingt es der Autorin ein ernstes Thema einfühlsam und verstörend, aber auch traurig und poetisch zugleich aufzubereiten. Ein Buch, das ganz anders ist, ja sein muss, so wie es Lucinda eben auch ist.“

Lara Schützsack – Und auch so bitterkalt

Lucinda ist schön, lebenshungrig und leuchtet wie ein Stern. So hell, so schön und doch eisig kalt und Lichtjahre entfernt. Lucinda scheint in einer anderen Welt zu leben, nach eigenen, erbarmungslosen Regeln. Wer Lucinda liebt, muss ertragen, ihr niemals richtig nah sein zu können. So sind Sterne eben. Und manchmal fallen sie vom Himmel und verglühen. Einfach so.

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