Kultur

Internationale Tanztage: Ovationen zur Eröffnung

Das Ballet du Grand Théâtre de Genève ist während der Internationalen Tanztage im Oldenburgischen Staatstheater zu sehen.

Das Ballet du Grand Théâtre de Genève ist am heutigen Samstag, 6. Mai, und am morgigen Sonntag, jeweils um 18 Uhr im Oldenburgischen Staatstheater zu sehen.
Foto: Gregory Batardon

Oldenburg (vs) Es seien die größten Internationalen Tanztage, die Oldenburg je erlebt habe sagte, sagt Generalintendant Christian Firmbach mit Stolz und Freude am gestrigen Freitagabend im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Und er schickte damit ein dickes Dankeschön an das Oldenburger Publikum, das für eine 98 prozentige Auslastung der 13. Auflage des Festivals gesorgt habe. Sein Dank ging ebenso an Ballettdirektor Burkhard Nemitz, an das gesamte Team vor und hinter den Kulissen sowie an die Sponsoren. „So ein Festival ist nur ‚on top‘ möglich“, so der Theaterchef.

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Auf eine dunkle vernebelte Bühne blickten die Zuschauer im ausverkauften Großen Haus zur Eröffnung mit dem Ballet du Grand Théâtre de Genève aus der Schweiz. Das 21-köpfige Ensemble tanzt in „Lux“ zu einem Requiem von Gabriel Fauré mit dem ein „sanftes Bild des Todes“ gezeichnet werden soll. Kein Paukenschlag zur Eröffnung. Braucht es auch nicht, wenn man das international angesagte Schweizer Ensemble zu Gast hat. „Ein langer ruhiger Fluss“ fällt als Zitat ein beim Betrachten des harmonischen Gemenges, das die Tänzerinnen und Tänzer in ihren schwarzen Kostümen zu den choralen Klängen bilden. Choreograf Ken Ossola hat ein einstündiges fließendes, organisches Tanzstück geschaffen, das mit überwiegend ruhigen Bildern arbeitet und beeindruckt. Als Soli und Duette oder im Ensemble gehen wellenförmigen Bewegungen ineinander über und werden von Tänzer zu Tänzer weitergereicht. Eine ausgeklügelte Lichtregie setzt die Elemente gekonnt in Szene. Höhepunkte oder ein Spannungsbogen sind Fehlanzeige. Das Stück überzeugt durch seine Entspanntheit und dem Können des Ensembles.

Dynamischer Körpereinsatz bei „Glory“

Bei „Glory“, dem zweiten Stück des Abends, wird wesentlich mehr Energie freigesetzt. Eine gelegentlich verfremdete Collage aus Musikstücken von Händel bietet den Klangteppich für das perfekte und temporeiche Ensemblestück des griechischen Choreografen Andonis Foniadakis. Im Gegenlicht erscheinen die Tänzerinnen und Tänzer im schnellen Wechsel. Im Solo, als beeindruckendes Pas de Deux oder wieder im ganzen Ensemble werden Hebefiguren und Sprünge auf die Bühne gebracht. Wechselnde Formationen bilden sich auf verspielte Art und Weise. Voller Körpereinsatz wird im Einklang mit der Musik geleistet. Das Kleid einer Tänzerin, das mit Hilfe ihrer Kollegen zu einer Art großen Fallschirm mutiert, ist mit dem abschließenden „Halleluja“ und einem weiteren großen Standbild zum Blackout der Höhepunkt des sehenswerten Eröffnungsabends. Rosen für das Ensemble. Stehende Ovationen.

Das Genfer Ensemble ist noch am heutigen Samstag und morgen, Sonntag, jeweils um 18 Uhr zu sehen.

Sol Picó und die befreite Frau

Die Deutschland-Premiere von Cia de Danza Sol Picó der spanischen Tanzperformerin Sol Picó hat im Anschluss in der ausverkauften Exerzierhalle mit „We Women“ für ebenso begeisterten Applaus und Bravo-Rufen gesorgt. Die provokative Performance um die Situation der Frau im 21. Jahrhundert und ihrem Bruch mit den vom Patriarchat geführten Systemen ist neben Sol Picó mit drei hochkarätigen Tänzerinnen aus drei Kontinenten und einem großartigen spanischen Musikensemble besetzt. Verstörend, aufwühlend, beeindruckend, dynamisch, kraftvoll aber auch humorvoll geben die Frauen einen Blick ihre Kulturen.

Das Stück ist noch einmal am heutigen Samstag um 22.30 Uhr zu sehen.

Das Festivalprogramm und Restkarten für fast alle Vorstellungen sind unter www.staatstheater.de zu finden.

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