Ausstellung

„Natur und Mensch“ ist ein Familienmuseum

Ausgestattet mit Netz und Speer machen Lena Nietschke und Peter Rene Becker auf das neue Ausstellungsprogramm des Oldenburger Landesmuseums Natur und Mensch für 2015 aufmerksam.

Ausgestattet mit Netz und Speer machen Lena Nietschke und Peter Rene Becker auf das neue Ausstellungsprogramm aufmerksam.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg/zb – Zurück und nach vorn blickte Dr. Peter René Becker, Direktor des Oldenburger Landesmuseums „Natur und Mensch“, am Freitag und zog trotz rückläufiger Besucherzahlen eine positive Bilanz.

Rund 26.000 Besucher zählte das Landesmuseum im abgelaufenen Jahr. Das waren 4000 weniger als 2013. Als Grund vermutet er die Fußball-Weltmeisterschaft und das gute Wetter, denn genau von Juni bis August nahmen die Besucherzahlen ab. „In dem Zeitraum war auch das Schlossgartenjubiläum und wir haben festgestellt, dass der Schlossgarten mit seinem Ausstellungsprogramm sehr gut besucht war ganz im Gegensatz zu unserem Museum mit der flankierenden Begleitausstellung“, merkt Becker an.

Ausgesprochen gut nachgefragt waren die übrigen Ausstellungen sowie der Familientag, die Nacht der Museen, Exkursionen und die rund 200 Veranstaltungen im Museum. „Wir sind zudem unserem Anspruch als Familienmuseum gerecht worden“, berichtete er weiter. „Eltern und Kinder können bei uns gemeinsam durch die oft interaktiven Ausstellungen gehen, etwas lernen und dabei Spaß zusammen haben.“ Das Museum versteht sich außerdem als Kompetenzzentrum und Alltagsort. „Wir greifen Themen auf, die gesellschaftlich relevant sind und viele Menschen interessieren. Dabei gleiten wir weder ins Triviale noch ins Populistische ab, sondern bleiben bei unserem Profil. Nämlich anspruchsvoll und zugleich verständlich informieren und die Besucher zum Mitmachen animieren.“

Noch in diesem Jahr wird das Museum einen neuen Eingangsbereich erhalten und vermutlich im nächsten Jahr ein denkmalgeschütztes und in Landeshand befindliches Gebäude in direkter Nachbarschaft dazu bekommen. „Wir würden dort gern unsere Bibliothek und Büroräume unterbringen, um so Platz zu schaffen für eine ethnologische Dauerausstellung. Schließlich verfügen wir über wahre Schätze, die wir gerne zeigen würden“, sagt Becker.

Sonderausstellungen im Landesmuseum Natur und Mensch

In diesem Jahr können sich die Besucher auf vier Sonderausstellungen freuen. Die erste beginnt im Mai und trägt den Titel „Ein Leben im Netz“. Sie setzt sich mit der Allgegenwart von Netzen auseinander. Angefangen vom Fischernetz über das Spinnennetz, Nahrungsnetz und Stromnetz bis hin zum Menschen, der ebenfalls ein Netz darstellt. Im Juni wirft das Museum einen Blick auf die Waffen der anderen. Bis heute stammt die Mehrzahl der Ethnografika deutscher Völkerkundemuseen aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts. So ist es auch in Oldenburg. Hier sind es vor allem Waffen. „In ihrer Darstellung der jeweiligen indigenen Kulturen skizzieren die frühen Völkerkundemuseen ein Bild der bösen Wilden. Heute sind die Vitrinen in denselben Museen durch moderne Präsentationen abgelöst. Auch die Auswahl der Objekte formt ein ganz anderes Image der Anderen“, gibt Becker zu bedenken. „In unserer Ausstellung illustrieren wir den Sinneswandel“, kündigt er an.

„Bestiarium Construendum“ heißt eine Ausstellung im November, die der Künstler Alexander Reichstein präsentiert. Mithilfe von 36 größenkompatiblen Körperteilen von Löwe, Adler, Fisch, Krokodil, Pferd, Mensch und Schlange werden Besucher, mit Bauhelmen ausgestattet, zu Tier-Konstrukteuren fern jeder Evolutionstheorie. Starke Magneten halten die Fabeltiere und Mischwesen bis zur nächsten fantastischen Neuerfindung zusammen. Sobald neue Tiere „geboren“ werden, tauschen die Besucher Bauhelme gegen Forscherkittel und gehen der Frage nach, was hinter den Mythen von Bigfoot, Yeti & Co steckt und warum Menschen glauben, diese Wesen wirklich gesehen zu haben.

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