Ausstellung

Horst-Janssen-Museum: „Beuys ohne Hut“

Beuys ohne Hut – Karin Székessy fotografiert Künstler lautet der Titel einer Sonderausstellung im Oldenburger Horst-Janssen-Museum.

Karin Székessy, Selbstporträt.
Foto: Karin Székessy

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Oldenburg/zb – „Beuys ohne Hut – Karin Székessy fotografiert Künstler“ lautet der Titel einer Sonderausstellung im Oldenburger Horst-Janssen-Museum, die bis zum 26. April zu sehen ist.

Die Fotografin Karin Székessy wurde durch ihre Fotografien des weiblichen Aktes bekannt. „Sie machte eine Fotografenlehre und gehört seit Jahrzehnten zu den besten Fotografinnen Deutschlands“, sagt Dr. Friedrich Scheele, Direktor des Museums. So arbeitete die 76-Jährige unter anderem für die FAZ, das Zeit-Magazin, den Playboy, Die Welt oder den Spiegel, realisierte jedoch auch ihre eigenen Projekte und hat ihren Fotoapparat bis heute nicht aus der Hand gelegt.

Durch ihre langjährige Ehe mit dem Künstler Paul Wunderlich lernte sie zahlreiche andere prominente Künstler kennen, darunter vor allem Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer. Sie besucht sie in deren Ateliers, sah ihnen bei der Arbeit zu und fotografiert sie meistens in schwarz-weiß. „Sie trifft die Menschen im richtigen Moment“, sagt Dr. Jutta Moster-Hoos, wissenschaftliche Leiterin des Horst-Janssen-Museums in Oldenburg, die zusammen mit Antje Tietken die Ausstellung kuratiert hat.

Es handelt sich um authentische Künstlerporträts, denen jeweils eine ihrer künstlerischen Arbeiten zuordnet wird. Überwiegend handelt es sich um Zeichnungen, Grafiken, mitunter aber auch um Plastiken oder Gemälde. Über 60 Künstlerpersönlichkeiten, darunter unter anderem Josef Beuys – eben ohne Hut, was beweist, wie dicht die Fotografin dran war –, Jonathan Meese, Meret Oppenheim, Neo Rauch, Paul Wunderlich, Ralf Ziervogel und natürlich Horst Janssen präsentiert das Museum.

Karin Székessy interessiert sich für die Menschen, die sich hinter den Künstlern verbergen. Sie sagt von sich, neugierig auf sie zu sein. Gleichwohl ist sie nie voyeuristisch unterwegs, sie will nichts enthüllen, ist eher fein in ihrer Arbeit und Dank ihres Einfühlungsvermögens gelingt es ihr im Moment der Aufnahme – ähnlich einem Psychogramm – das Wesen und die Persönlichkeit des jeweiligen Künstlers zu erfassen. Sie setzt nichts in Szene und trotzdem zeigen ihre Fotografien, wie nah sie an den Künstlern war. „Im Idealfall ist es eine Kooperation zwischen ihr und dem jeweiligen Künstler“, sagt Jutta Moster-Hoos.

„Karin Székessy nennt diese Arbeiten Dialoge und drückt schon mit diesem Werktitel die bestehende Wechselwirkung zwischen der Fotografin, dem Künstler und dessen Kunst aus“, erläutert Antje Tietken. Somit gibt die Ausstellung auch einen spannenden Abriss über die Kunstgeschichte der vergangenen 50 Jahre und beleuchtet auch das künstlerische Umfeld von Horst Janssen. Denn auch ihn findet der Besucher in der Ausstellung wieder. War er doch viel mit Wunderlich zusammen. Wunderlich selbst ist mit dem großformatigen Ölbild von 1964 „Die schöne Fotografin“ vertreten. Gemeint ist seine Frau, Karin Székessy.

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