Ausstellung

Crossover: Wenn Hartschaum auf Stahl trifft

Nicola Stäglich und Wulf Kirschner begeben sich in in ihrer gemeinsamen Ausstellung Crossover im Oldenburger Stadtmuseum in einen Kunstdialog.

Nicola Stäglich und Wulf Kirschner begeben sich in einen Kunstdialog.
Foto: Stadtmuseum

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Oldenburg (zb/pm) – Unter dem Titel „Crossover“ findet im Stadtmuseum Oldenburg bis zum 9. November der spannende Dialog zwischen der Künstlerin Nicola Stäglich und dem Künstler Wulf Kirschner statt. Erstmalig in Deutschland präsentieren die in Oldenburg geborene Malerin und der norddeutsche Bildhauer gemeinsam aktuelle Werke, die sich stilistisch dem jeweils anderen Medium nähern.

Nicola Stäglich arbeitet an der Schnittstelle von Malerei und Skulptur, Wulf Kirschner im Spannungsfeld von Skulptur und Malerei. Dabei trifft Hartschaum auf Stahl, Quadrate auf Quader und Neonfarbe auf irisierende Schweißnähte. „In der Bildenden Kunst besteht der Reiz des Crossover darin, das Genre experimentell auszuloten und zu überschreiten, um neue Wirklichkeitserfahrungen von Farbe, Raum, Materialität und Plastizität zu gewinnen“, erklärt Kuratorin Dr. Sabine Isensee.

Nicola Stäglich und Wulf Kirschner wagen in ihrer künstlerischen Begegnung ein experimentelles Statement zur zeitgenössischen Skulptur und der Betrachter kann die subtilen Grenzüberschreitungen eindrucksvoll miterleben. Die leuchtenden Bilder der mittlerweile in Berlin lebenden Nicola Stäglich entfalten sich zu Reliefs und dreidimensionalen Skulpturen im Raum.

Bereits in der großformatigen Leinwandmalerei erzeugt Nicola Stäglich durch das Aufeinandertreffen von hellen und dunklen Farbflächen illusionistische Raumtiefe. Für ihre Malerei verwendet sie gezielt unterschiedliche Bildträger wie Acrylglas, Holz oder Hartschaum, um die objekthafte Plastizität sukzessiv zu steigern. Während sich in ihrer Serie „Transparencies“ horizontale und vertikale Pinselbahnen aus Ölfarbe auf quadratischem Acrylglas überlagern, schichtet und montiert sie in ihren Reliefs ausgesägte Ellipsen und Dreiecke aus Holz, die sie dann mit Farbe überzieht.

Die Werke von Nicola Stäglich gehen ein kühnes Wechselspiel mit den geschweißten Stahlobjekten von Wulf Kirschner ein. Das Markenzeichen des in Frankfurt arbeitenden Künstlers ist seit 1984 seine reduzierte Formensprache, die er durch das Aufschweißen von Elektrodenreihen auf geometrische Stahlbleche erzielt. Den vertikalen und horizontalen Linien wohnt eine faszinierende Rhythmik inne, die aus der individuellen Handbewegung des Künstlers beim Schweißen resultiert. Die Schweißspuren entfalten eine changierende Farbigkeit, die malerische Qualität besitzt.

Ein längerer Aufenthalt in New York im Jahr 2008 beeinflusste Wulf Kirschner nachhaltig, seine geschweißten Stahlobjekte mit Farbe zu gestalten und somit einen weiteren Schritt in die Abstraktion zu vollziehen. Inspiriert von der grellen Farbigkeit, die ihm auf den belebten Einkaufsstraßen in Brooklyn und Queens begegnete, beginnt ein experimenteller malerischer Prozess. So bemalt er in der Serie „Bond Street“ Stahlreliefs mit Acrylfarbe und taucht sie dann in ein Wasserbad, so dass die Farbe durch korrodierenden Stahl prozesshaft gesteigert und die Auflösung der Fläche im Raum suggeriert wird.

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