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Vom Papierstau auf dem Weg zur digitalen Stadt

Die Stadtverwaltung wird mehr Dienstleistungen online anbieten.

Die Stadtverwaltung wird mehr Dienstleistungen online anbieten.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Die Stadt Oldenburg will den digitalen Wandel in der Verwaltung und für die Bürger weiter vorantreiben. Heute wurde der „Maßnahmenplan Digitalisierung“ vorgestellt. Dieser Prozess hat längst begonnen, aber die Projekte werden nun strategisch gebündelt.

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Rentenlücke schließen

Vorteile nutzen, aber die Risiken kennen und steuern. Das hat sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann für die Digitalisierung auf die Fahne geschrieben. In ersten Linie wolle er aber die Chancen sehen, betont er. Wichtig sei ihm, dass die Bürgerinnen und Bürger den Service so bequem und kundenfreundlich wie möglich in Anspruch nehmen könnten. „Aber wir werden auch alle nicht-technikaffinen Menschen im Blick behalten“, so Krogmann. Doch diejenigen, die das Digitale nutzen möchten, sollten ihre Chance dazu bekommen.

Seit dem vergangenen Jahr leitet Julia Masurkewitz-Möller die Stabsstelle Digitalisierung im Büro des Oberbürgermeisters. Ihre Aufgabe: die Verwendung und Vernetzung von digitalen Medien, Technologien und Anwendungen koordinieren. Im „Maßnahmenplan Digitalisierung“ wurden nun die ersten Schritte festgelegt. Entwicklungen sind für die internen Prozesse und die Dienstleistungen der Stadtverwaltung geplant. Aber es geht auch um den Einsatz von Videodolmetschern, Open Data oder die Glasfaseranbindung für Schulen. „Der Maßnahmenplan ist ein lebendiges Dokument“, sagt Masurkewitz-Möller. Ergänzungen und Anpassungen werde es laufend geben.

Online-Bürgerservice

Schon heute können Bauinteressierte die Bebauungspläne online einsehen oder Eltern melden ihre Kinder über das Internet für eine Kindertagesstätte an. Diese Online-Dienstleistungen sollen nun weiter ausgebaut werden. Es werden mehr Formulare ins Netz gestellt und das Ziel verfolgt, Anliegen komplett online abwickeln zu können. Wird doch noch ein Besuch notwendig, werden ab Anfang Juni im Rahmen eines Pilotprojektes Termine für das Bürgerbüro Mitte online erhältlich sein – aber auch telefonisch, per E-Mail, an einem Terminal oder ganz analog per Marke. Dieses Angebot soll ausgebaut werden.

Open Data (öffentliche Datenbestände wie Statistiken, Geodaten usw.)

Die veröffentlichten Daten sollen zukünftig besser aufzufinden, einfacher und verständlicher sein und in geeigneten Formaten zur Verfügung gestellt werden.

Videodolmetscher

Da ehrenamtliche Dolmetscher nicht jederzeit zur Verfügung stehen oder bei sensiblen Daten nicht eingesetzt werden können, soll die Möglichkeit eingerichtet werden, einen Dolmetscher per Video einzuschalten.

Informationstechnik für Schulen

Alle Schulen sollen Glasfaseranbindungen erhalten. Die Fördergelder wurde bereits beantragt. Außerdem wird zurzeit ein IT-Entwicklungskonzept für Schulen erstellt. „Das wird eine große Herausforderung sein. Wir müssen uns aber auf den Weg zu einem einheitlichen Standard machen“, so Krogmann. „Die hier in zukunftsorientierte Bildung investierten Mittel werden sich in jeder Hinsicht für Oldenburg auszahlen.“

Weitere Maßnahmen

Es sollen neue Formen der Kommunikation und der digitalen Beteiligung für Teilhabeprozesse (Partizipation) entwickelt werden. Die Social Media-Kanäle sollen ausgebaut und Finanzdaten anschaulicher dargestellt werden. Und es geht um interne Veränderungen wie digitale Akten, Prozessmanagement oder Arbeitsschutz. „Auf dem Weg zur digitalen Stadt sind wir ein gutes Stück vorangekommen, aber noch lange nicht am Ziel.“

Die aktuellen Online-Services im Überblick: www.oldenburg.de/startseite/buergerservice/online-anwendungen.html

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5 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    16. Mai 2018 um 22.38

    Wer sind eigentlich die schlimmsten Chaos-Anarchisten in diesem Land? Ich fürchte, das sind die „bürgerlichen“ Parteien mit ihrem albernen Fortschrittsglauben. Kaum gibts einen Stromausfall, ist alles im Eimer – oder liest jemand eine Festplatte, einen USB-Stick oder eine SD-Karte mit ner Lupe aus…?

    • Helsinki
      24. Mai 2018 um 20.15

      Wir sind hier zwar in Deutschland. Dennoch scheint mir das zwangsneurotische Starren auf irgendwelche Katastrophen-Szernarien kein guter Ratgeber bei zukunftsgerichteten Entscheidungen zu sein. Ich wünsche mir daher, dass Ihre Philosophie bei den Verantwortlichen der Stadt keine Wurzeln schlägt.
      Und ich kann Sie auch darüber hinaus beruhigen: Sollte es wirklich zu einem längerwährenden Stromausfall kommen, würde dies zum Ausfall der Heizung, der Wasserversorgung und auch der Lebensmittelbeschaffung führen. Da dürfte die Nicht-Verfügbarkeit der städtischen online-Dienstleistungen eher zu den kleineren Sorgen zählen…

      • W. Lorenzen-Pranger
        24. Mai 2018 um 22.00

        Keine Koordination bei Feuerwehr, THW, Rotem Kreuz usw. im Katastrophenfall nennen sie „kleinere Sorgen“? Wirbestürme haben es bereits in die Region geschafft. Kompletter Stromausfall ist also in solchen Fällen gar nicht so unwahrscheinlich. Wie viele Patienten, nur EIN Beispiel, gibt es in einer Stadt, die auf Akku-betriebene Lebenserhaltungssysteme angewiesen sind, aber in ihrer Wohnung leben? Offensichtlich haben sie keinerlei Ahnung von solchen Szenarien – und nein, viele Funktionen öffentlichen Lebens sind in solchen Fällen wirklich nicht wichtig, andere aber eben schon.

        • Helsinki
          26. Mai 2018 um 0.39

          Bei allem Respekt – bevor Sie anderen anlasslos Ahnungslosigkeit unterstellen, lesen Sie sich bitte mal den Artikel durch, den Sie offensichtlich ohne Kenntnisnahme kommentiert haben. Da steht nichts von Feuerwehr oder THW, sondern von Online-Einsicht in Bebauungspläne und Terminvereinbarungen beim Bürgerbüro. Hierauf hatte ich mich bezogen, und ich bleibe bei meiner Auffassung, dass das im Katastrophenfall nicht ganz so wichtig ist.
          Großleitstelle, Krankenhäuser und auch THW haben Notstromaggregate! Und was nun akku-betriebene Lebenserhaltungssysteme mit der Frage zu tun haben, ob die Stadt ihre Termine online oder per Nummern-Automat vergibt, bleibt für mich im Dunkeln.

          • W. Lorenzen-Pranger
            26. Mai 2018 um 10.28

            Die „Digitalisierung“ erfasst ALLE Lebensbereiche. Dass im Artikel nur harmlose Beispiele genannt werden ist typisch, sollte sie aber nicht daran hindern sich erstens weitergehend zu informieren und zweitens selbst zu denken.