Wirtschaft

VWG: Mehr Umsatz und weniger Schadstoff-Ausstoß

Schadstoffarme Busse mit moderner Informationstechnik tragen maßgeblich zum Erfolg der VWG bei.

Schadstoffarme Busse mit moderner Informationstechnik tragen maßgeblich zum Erfolg der VWG bei.
Foto: VWG

Oldenburg (zb) Die Bilanz der Verkehr und Wasser GmbH (VWG) für 2012 kann sich sehen lassen. Nicht nur mehr Fahrgäste, sondern auch mehr Umsatz und ein beachtlicher Gewinn für die Stadt sowie weniger Kohlendioxid-Ausstoß.

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Entsprechend zufrieden zeigte sich VWG-Geschäftsführer Michael Emschermann bei der Präsentation der Bilanz. So stieg die Bilanzsumme von 51,8 auf 53,9 Millionen Euro. Das Gesamtergebnis des Unternehmens – also Verkehr und Wasser – lag bei minus 904.000 Euro, das sind 174.000 Euro weniger als kalkuliert. Das Defizit gleicht die Stadt aus, die zuvor jedoch 1,97 Millionen Euro an Konzessionsabgaben für beide Sparten erhielt.

Mehr Einnahmen erwirtschaftete die VWG durch den Schienenersatzverkehr zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven, durch 118.000 zusätzliche Fahrgäste und einen leichten Anstieg des Wasserverbrauchs, der bei 8,6 Millionen Kubikmeter lag. Bei unabhängigen Untersuchungen der Trinkwasserqualität erhielt die VWG weiterhin die Spitzennote „sehr gut“.

„Wir haben im vergangenen Jahr rund 17,5 Millionen Menschen ohne den Schienenersatzverkehr befördert“, berichtet Emschermann, der bis 2020 die 20 Millionen-Marke durchbrechen möchte. Als er 2001 Geschäftsführer der VWG wurde, lag die Fahrgastzahl noch bei 13,3 Millionen und der jährliche Zuschussbedarf betrug 3,4 Millionen Euro.

Angesichts der Kostensteigerungen bekommt das gute Ergebnis eine zusätzliche Bedeutung. Da ist der Mehraufwand des stromintensiven Wasserbereichs bedingt durch die EEG-Umlange, die rund 300.000 Euro jährlich beträgt. Hinzu kommen außerdem steigende Treibstoffkosten sowie Tariferhöhungen. Darüber hinaus macht sich die 2006 eingestellte Förderung des Landes für den Kauf neuer Busse bemerkbar. Seither musste die VWG für den Kauf neuer Busse vier Millionen Euro mehr ausgeben als mit Förderung. „Ich hoffe, dass die neue Landesregierung den klimafreundlichen Busverkehr wieder stärkt“, sagt Emschermann, der darauf hinwies, dass die VWG ihre Mitarbeiter immer deutlich über den Mindestlöhnen bezahlt habe und das auch weiterhin tun werde.

Die grundsätzlich erfreuliche Entwicklung bei der VWG führt Emschermann auf die moderne Busflotte, technische Erneuerungen, die einerseits für mehr Sicherheit und andererseits für mehr Komfort sorgen, zurück. „Die Menschen erwarten moderne Busse, die sicher sind und in denen sie wichtige Informationen erhalten. Deshalb haben wir alle 90 Busse mit Kameras ausgestattet, was uns nur positive Resonanz eingebracht hat“, berichtet er. „Die Fahrgäste fühlen sich sicherer und gravierende Vorfälle wie Vandalismus und Schmierereien gingen spürbar zurück. Wir haben erheblich weniger Schäden zu verzeichnen.“

Auch das ÖPNV-Kundenbarometer 2012 bestätigt eine hohe Kundenzufriedenheit. Die VWG liegt mit einem Wert von 2,65 deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert von 2,91. „Unsere Anstrengungen haben sich somit gelohnt“, freut sich Emschermann, der auf moderne Haltestellen, verständliche Fahrplan-Informationen an Haltestellen, Sicherheit sowie Zugang und Nutzung für mobilitätseingeschränkte Personen und einen nutzerfreundlichen Internetauftritt verweist.

Insgesamt wurden in 2012 fünf weitere Erdgasgelenkfahrzeuge angeschafft, um die Kapazitäten in den Spitzenzeiten durch den Einsatz von Gelenkfahrzeugen statt Solofahrzeugen zu erhöhen. Die Situation im letzten Winter konnte somit in vielen Bereichen spürbar entlastet werden.

„Busfahren mit der VWG ist aktiver Klimaschutz“, stellt der Geschäftsführer klar. Deshalb halte die VWG an ihrem Ziel fest, den gesamten Fuhrpark bis 2016 komplett auf den klimafreundlichen Treibstoff Erdgas umzusetzen. Seit dem 1. Januar fährt die VWG jetzt sogar noch klimafreundlicher. Die derzeit insgesamt 56 Fahrzeuge umfassende Flotte fährt nun ausschließlich mit 100-prozentigem Bioerdgas, so dass sich die CO2-Emissionen insgesamt um über 90 Prozent gegenüber heute reduzieren lassen.

Auch das Jahr 2013 ist für die VWG erfolgreich gestartet. In den ersten vier Monaten gab es einen weiteren Fahrgastanstieg von rund zwei Prozent. „In einer wachsenden Stadt wie Oldenburg kommt dem öffentlichen Nahverkehr für einen stadtverträglichen Verkehr eine besonders große Bedeutung zu. Wir wollen deshalb die Fahrgastzahlen in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Deshalb müssen in den nächsten Jahren weitere Angebots- und Serviceverbesserungen umgesetzt werden. Hieran wird die VWG in den nächsten Jahren konsequent arbeiten“, versprach er.

Mit der erfolgreichen Einführung des neuen elektronischen JahresTickets MIA, MIA steht für MOBIL IM ABO, wurde das bisherige JahresTicket / JahresTicketPLUS am 1. Mai abgelöst. Die Umstellung wird laut VWG von den Kunden sehr gut angenommen. Seit dem vergangenem Jahr hat die VWG erstmals Rollatortrainings angeboten. Bei diesen Trainings wird vor allem Senioren mit Rollatoren und Rollstühlen das richtige Ein- und Aussteigen in einen Bus gezeigt und ihnen nützliche Tipps gegeben. Bestehende Ängste werden durch diese Trainings abgebaut. „Uns geht es darum, dass ältere Menschen auch im Alter weiterhin mobil bleiben“, erklärt Emschermann abschließend.

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