Wirtschaft

Oldenburg setzt auf Wissenschaft und Technologie

Das Land Niedersachsen fördert das TGO als „Start-up Zentrum“. IHK-Geschäftsführerin Carola Havekost, TGO-Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Ellberg, TGO-Geschäftsführer Jürgen Bath, Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und Stadträtin Silke Meyn (von links) bei der Überreichung des Förderbescheids.
Foto: Markus Hibbeler

Oldenburg (Michael Exner) Die Stadt Oldenburg setzt weiter auf den Ausbau ihrer Standorte für Wissenschaft und Technologie. Aktuelles Projekt: Die großflächige Erweiterung des noch jungen Technologieparks (TPO) im Stadtwesten, der die konzipierte „Wissenschaftsachse“ aus der Universität, den Fachbereichen der Jade Hochschule, den Berufsbildenden Schulen und dem Technologie- und Gründerzentrum (TGO) ergänzen soll.

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Das Gelände liegt gegenüber dem TGO, einer mehrfach ausgezeichneten Einrichtung, die seit der Eröffnung im Januar 2003 eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Die Idee: Junge Firmen profitieren dort von vorhandener Infrastruktur, niedrigen Mieten, gemeinsamem Empfangs- und Betreuungsservice und einem professionellen Management durch eine von der Stadt bezahlte Geschäftsführung. Derzeit sind dort um die 70 Betriebe untergebracht. Die runde Sache hat allerdings einen Haken. Nach spätestens acht Jahren müssen die Jungunternehmer das Zentrum verlassen.

Um diesen Firmen danach in Oldenburg eine Zukunft zu bieten und so die zukunftsträchtigen Arbeitsplätze für den Standort zu sichern, hat die Stadt ein Projekt begonnen, das ursprünglich unter TIP (Technologie- und Innovationspark) firmierte und nun wegen der Einbindung des Städtenamens und der Analogie zum Zentrum TPO heißt. Derzeit steht da gerade mal ein Bürogebäude von 1700 m², das vor allem Umsiedlungen aus dem TGO beherbergt. Der Bauausschuss hat aber die Weichen für eine großflächige Erweiterung schon gestellt. Sechs Hektar sind vorgesehen für das neue Technologiequartier, das der Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen Medieninformation, erneuerbare Energien, E-Learning, Medien und Kommunikation vorbehalten ist. Anderes Gewerbe oder Einzelhandel ist nicht vorgesehen. Verkehrstechnisch hat der Park einen großen Vorteil. Neben einem Autobahnanschluss befindet sich hier der neue Haltepunkt für den Schienenpersonennahverkehr, der auch der Anbindung des Uni-Standortes Wechloy dient.

Ein Teil der Fläche ist allerdings für ein anderes Projekt reserviert: Hier soll das neue Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg entstehen, das die Universität gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven beantragt hat und das inzwischen bewilligt worden ist.

Zur Aufbruch-Stimmung passt eine aktuelle Nachricht. Das Land Niedersachsen hat das TGO gerade als einen von landesweit sechs Standorten für ein sogenanntes „Start-up Zentrum“ ausgewählt und wird es mit einer finanziellen Förderung von insgesamt 200.000 Euro für zwei Jahre ausstatten. Konkret bedeutet das: Vielversprechende Geschäftsideen, vornehmlich aus den Branchen „Energie“, „Klimaschutz“ und „Gesundheitswirtschaft“ sollen durch ein auf 120 Tage befristetes, intensives Coaching auf einen perfekten Markteintritt vorbereitet werden. Die Teams erhalten in diesem Zeitraum kostenlose Räume im TGO, intensive Beratung, wertvolle Kontakte und im Idealfall auch frisches Kapital, um ihre Ideen umzusetzen. Im Frühjahr startet die Bewerbungsrunde für das Projekt, das TGO-Geschäftsführer Jürgen Bath hochkarätig einstuft: „Dieses Angebot ist einzigartig in der Region.“

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