Wirtschaft

EWE-Chef Matthias Brückmann räumt Fehler ein

Der EWE-Vorstandsvorsitzende Matthias Brückmann ist in dieser Woche in die Kritik geraten. Nach Medienberichten hatte er der Klitschko-Foundation eine Spende in Höhe von 253.000 Euro zukommen lassen.

EWE-Vorstandsvorsitzende Matthias Brückmann.
Foto: EWE AG

Oldenburg (am/pm) Der EWE-Vorstandsvorsitzende Matthias Brückmann ist in dieser Woche in die Kritik geraten. Nach Medienberichten hatte er – entgegen den neuen Leitlinien seines Konzerns und ohne Zustimmung des Aufsichtsrates – der „Klitschko-Foundation“ eine Spende in Höhe von 253.000 Euro zukommen lassen. Heute teilt die EWE AG mit, dass der EWE-Chef die Spendensumme privat übernehmen werde. Zurzeit läuft eine Untersuchung durch die externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.

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Seit Juni 2016 gelten bei der EWE neue Verhaltensregeln, der sogenannten Compliance-Regeln. Unter anderem wurde darin festgelegt, dass der Vorstandsvorsitzende nur noch über eine Summe von 50.000 Euro (vorher 500.000 Euro persönlicher Etat) frei verfügen kann. Brückmann wird nun vorgeworfen, dass er diese Unternehmensrichtlinie mit der Höhe der Spendensumme und durch fehlende Transparenz verletzt habe. Laut Zeitungsberichten ist die Spendenzusage im März 2016 erfolgt, die Überweisung der Summe wurde im vergangenen Oktober veranlasst. Ausgeblieben sei bis heute der erhoffte Besuch des ehemaligen Boxweltmeisters Wladimir Klitschko, der laut Medien Grund für die Spende gewesen sei.

In der heutigen Pressemitteilung bestätigt Brückmann, dass er die Überweisung des Spendenbetrags an die „Klitschko-Foundation“ veranlasst habe. „Ich bin überzeugt, dass diese rechtlich nicht zu beanstanden ist. Daher habe ich auch um eine externe Untersuchung gebeten, die auch in Auftrag gegeben wurde. Das Ergebnis liegt noch nicht vor“, so Brückmann. Er stellt klar: „Die zum Zeitpunkt der Spendenzusage geltenden EWE-internen Regeln ließen diese Spende zu. Die neue Spendenrichtlinie galt zu diesem Zeitpunkt noch nicht.“ Gleichwohl räumt er einen „persönlichen Fehler“ ein: „Ich habe es aber versäumt, den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der EWE AG vorab zu informieren.“ Wegen der Irritationen in der Öffentlichkeit, habe er sich nun entschlossen, die Summe in Gänze privat zu übernehmen.

Dr. Stephan-Andreas Kaulvers, Vorsitzender des Aufsichtsrates der EWE AG, begrüßt die private Übernahme des Spendenbetrages durch Matthias Brückmann: „Das ist ein starkes Signal und zeigt Größe.“

Mit den Ergebnissen der Untersuchung durch die KPMG wird in der kommenden Woche gerechnet. Am Dienstag, 7. Februar, tagt das Präsidium des EWE-Aufsichtsrates zu diesem Thema.

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3 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    3. Februar 2017 um 20.09

    Seltsam – ich, und nicht nur ich, habe den Eindruck, die ganze EWE ist ein einziger Fehler. Wie kommt das nur…?

  2. Karl
    4. Februar 2017 um 8.41

    @W. Lorenzen-Pranger,

    > Wie kommt das nur…?

    Tunnelblick? (hehe)

  3. Barbara Klebinger
    12. Februar 2017 um 1.18

    … wenn die “Spende” wie damals beim Vorgänger an die SchlauesHaus-Oldenburg- gGmbH oder so gegangen wäre, gäbe es bestimmt keine Probleme sondern nur wieder viele Ehrungen.