Wirtschaft

82 Kommunen beteiligen sich an EWE Netz

Timo Poppe zeigt auf der Landkarte die blauen Flecken, bei denen es sich um jene Kommunen handelt, die sich für eine Beteiligung an EWE Netz entschieden haben.

Timo Poppe zeigt auf der Landkarte die blauen Flecken, bei denen es sich um jene Kommunen handelt, die sich für eine Beteiligung an EWE Netz entschieden haben.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – 82 Städte und Gemeinden, das entspricht etwa der Hälfte der Einwohner, haben sich für eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 58,1 Millionen Euro an der EWE Netz GmbH entschieden und einen Gesellschaftervertrag der Kommunalen Netzbeteiligung Nordwest GmbH & Co. KG (KNN) unterzeichnet. Das berichtete Timo Poppe, EWE-Generalbevollmächtigter für Infrastruktur, heute in Oldenburg. In ihr bündeln die Kommunen ihre Anteile an der EWE Netz.

EWE will gemeinsam mit den Kommunen im Ems-Weser-Elbe-Gebiet die Energiewende gestalten und hat ihnen angeboten, sich bis Ende April über eine kommunale Netzbeteiligungsgesellschaft an der EWE Netz zu beteiligen. Das Netzbeteiligungsmodell hat EWE im Vorfeld mit den Kommunen erarbeitet. Warum viele Kommunen noch nicht dabei sind, erklärte Poppe so: „Einige Kommunen sind dem Modell gegenüber skeptisch, andere brauchen noch Zeit zum Nachdenken und weitere befinden sich in einer sehr angespannten finanziellen Situation, so dass sie sich gegenwärtig nicht beteiligen können. Aber das kann sich bis 2018 alles noch ändern“, ist er zuversichtlich.

Insgesamt können bis 2018 Unternehmensanteile in Höhe von 25,1 Prozent erworben werden. Städte und Gemeinden, die bislang nicht beteiligt sind, können 2018 noch dazu stoßen, kündigte Poppe an, der mit dem Ergebnis sehr zufrieden ist. „Es ist uns offensichtlich in den vergangenen Jahren gelungen, die Beziehungen zwischen den Kommunen und der EWE zu verbessern und zu vertiefen, weil wir eine Lernkurve durchschritten haben und die kommunale Sicht jetzt viel besser verstehen.“

Die Beteiligung von rund 58 Millionen Euro wird durch Kommunen aus fast allen Landkreisen getragen. Lediglich der Kreis Wittmund ist ein weißer Fleck auf der Landkarte geblieben. Zu den Top 5 gehören die Landkreise Cloppenburg, Ammerland, Leer, Wesermarsch und Friesland.

Über die Beteiligungsgesellschaft können die Kommunen maximal drei Vertreter in den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung von EWE Netz entsenden und dort an den Weichenstellungen mitwirken. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es zwei. Insgesamt gehören dem Aufsichtsrat EWE Netz 18 Mitglieder an. Sechs Sitze bekommen die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften, weitere sechs Sitze der EWE-Verband, also die EWE-Anteilseigner aus den Kreistagen, drei Sitze bekleidet die EWE und drei die KNN. Der bislang noch nicht vergebene dritte KNN-Sitz fällt zurzeit noch an die EWE. Im Endzustand würde jedoch die Hälfte der Sitze an kommunale Vertreter fallen.

Für ihre finanzielle Beteiligung erhalten die Kommunen jährlich eine fixe Garantiedividende von 4,75 Prozent. Die Beteiligung an der EWE Netz ist unbefristet, die Garantiedividende gilt zunächst bis 2028. Die Höhe des Anteils, den eine einzelne Kommune maximal erwerben kann, richtet sich nach der Zahl ihrer Einwohner, der Fläche und der Anzahl der von ihr mit EWE bestehenden Netzbetriebsverhältnisse.

Die Kommunen sollen über die Netzbeteiligungsgesellschaft wertvolle Impulse in den Aufsichtsrat und die Gesellschaftsversammlung – und damit in das Unternehmen – tragen. „Wir haben in vielen Gesprächen den Wunsch der Gemeinden aufgenommen, sich vor dem Hintergrund der Energiewende in Deutschland stärker im Bereich der Energienetze einbringen zu wollen“, sagt Poppe.

Schon heute liegt der Anteil regenerativ erzeugten Stroms im Netz von EWE bei über 70 Prozent. Die Netze sind das Rückgrat der Energiewende. „Um sie bei einem immer höheren Anteil erneuerbarer Energien weiterhin effizient und sicher zu betreiben, baut EWE sie aus und rüstet sie mit intelligenter Technik nach. Das Beteiligungsmodell von EWE bietet Kommunen die Chance, diesen Prozess aktiv mitzugestalten“, sagt Poppe abschließend.

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2 Kommentare

  1. Dirk
    7. Mai 2015 um 21.18

    Feine Sache,

    wann steigt regional der Strompreis? So eine Investition soll sich doch rentieren für die Anleger, oder? Das ist doch der Sinn so einer Investition, oder?

    • W. Lorenzen-Pranger
      11. Mai 2015 um 12.37

      Na ja. Auf jeden Fall werden diese Kommunalpolitiker ja vermutlich aus dem selben zwielichtigen Umfeld kommen wie ein Dr. Brinker, dem ja, so scheint es, kein Skandal etwas anhaben kann. Es verwundert, daß die EWE überhaupt noch Kunden hat – wobei man sich deren Netz ja bedauerlicherweise nicht entziehen kann. Es war überall in Deutschland ein großer Fehler, Stadtwerke zu vorrangig profitorientierten Firmen zu machen.