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Sicherheitsprüfungen für Schnittstellen: API-Pentest im Fokus

Ein systematischer API-Pentest deckt Schwachstellen in Webservices auf, bevor Angreifer sie ausnutzen können.

Foto: AnnaStills

Anzeige Sicherheitsprüfungen für Schnittstellen sind heute ein zentraler Baustein, um digitale Geschäftsprozesse vor Angriffen zu schützen. Ein systematischer API-Pentest deckt Schwachstellen in Webservices auf, bevor Angreifer sie ausnutzen können.

In einer zunehmend vernetzten IT-Landschaft sind APIs die heimliche Infrastruktur für Apps, Cloud-Dienste und Integrationen. Gleichzeitig erweitern sie die Angriffsfläche erheblich. Wer seine Schnittstellen nicht regelmäßig prüfen lässt, riskiert Datenabflüsse, Systemmanipulation und hohe Folgekosten.

Dieser Artikel erklärt, wie ein API-Pentest abläuft, welche typischen Schwachstellen vorkommen und welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind – praxisnah und verständlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • APIs sind ein bevorzugtes Angriffsziel, weil sie direkten Zugriff auf Daten und Geschäftslogik bieten.
  • Ein API-Pentest simuliert reale Angriffe und prüft Authentifizierung, Autorisierung, Datenvalidierung und Fehlermeldungen.
  • Häufige Schwachstellen sind fehlerhafte Zugriffskontrollen, unsichere Standards, unzureichende Verschlüsselung und zu viele Informationen in Fehlerantworten.
  • Prävention umfasst Security-by-Design, konsequente Zugriffskontrolle, Härtung der Infrastruktur und regelmäßige automatisierte sowie manuelle Tests.
  • Externe Spezialisten unterstützen mit tiefgehenden Prüfungen, etwa durch einen professionellen API-Pentest eines erfahrenen IT-Sicherheitsdienstleisters.

Warum APIs ein kritischer Sicherheitsfaktor sind

APIs als Rückgrat moderner IT-Landschaften

APIs sind die unsichtbaren Schnittstellen, über die Anwendungen, Mobile Apps und Cloud-Dienste miteinander sprechen. Sie verbinden Kundensysteme, Partnerportale, IoT-Geräte und interne Backend-Systeme. Gerade weil APIs so zentral sind, ermöglichen Fehler hier oft direkten Zugriff auf sensible Daten und Prozesse.

Anders als klassische Weboberflächen sind sie für Menschen kaum sichtbar – und werden deshalb in manchen Unternehmen noch immer weniger streng abgesichert. Für Angreifer dagegen sind sie ein attraktives, gut strukturiertes Ziel mit klar dokumentierten Endpunkten und Funktionen.

Wachsende Angriffsfläche durch Vernetzung

Mit jeder neuen Integration steigt die Angriffsfläche, denn jede zusätzliche API bedeutet einen weiteren möglichen Einstiegspunkt. Öffentliche Schnittstellen für Partner, Entwickler oder Kunden intensivieren dieses Risiko zusätzlich.

Wenn Unternehmen mehrere Generationen von APIs parallel betreiben, geraten veraltete Versionen leicht in Vergessenheit, bleiben aber von außen erreichbar. Besonders problematisch wird es, wenn API-Sicherheitskonzepte nicht mit dem Wachstum der IT-Landschaft Schritt halten und zentrale Schutzmechanismen fehlen oder uneinheitlich umgesetzt sind.

Vorgehen bei einem professionellen API-Pentest

Strukturierter Testablauf in definierten Phasen

Ein API-Pentest folgt einem klaren Ablauf, um reproduzierbare und aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. Üblicherweise beginnt die Prüfung mit einer Informationsphase, in der Dokumentation, Endpunkte und Authentifizierungsmechanismen analysiert werden.

Darauf folgen automatisierte Scans sowie manuelle Tests, die die Logik der Schnittstelle, die Rechtevergabe und mögliche Umgehungen prüfen.

Am Ende steht ein detaillierter Bericht, der Schwachstellen priorisiert, Risiken verständlich erklärt und konkrete Handlungsempfehlungen bietet, damit Unternehmen technisch fundierte Entscheidungen treffen können.

Blackbox, Greybox und Whitebox im Vergleich

Beim API-Pentest gibt es unterschiedliche Testansätze mit variierendem Wissensstand über das Zielsystem. Im Blackbox-Ansatz erhält der Tester kaum Informationen und agiert wie ein externer Angreifer.

Beim Greybox-Test stehen eingeschränkte Zugangsdaten oder technische Details zur Verfügung, was realistischere Szenarien im Kontext echter Nutzerrollen ermöglicht. Whitebox-Tests bieten maximalen Einblick, etwa in Quellcode oder interne Architektur.

Unternehmen wählen den Ansatz anhand ihrer Ziele: Entweder möglichst realistische Angreifersicht oder maximale Abdeckung der sicherheitsrelevanten Bereiche.

Vergleich wichtiger Testansätze im API-Pentest

Testansatz Wissensstand des Testers Zielsetzung Typischer Einsatzbereich
Blackbox Nur öffentliche Infos und Schnittstellen Externe Angreifersicht simulieren Internet-exponierte APIs, Public APIs
Greybox Begrenzte Infos und Zugangsdaten Realistische Angriffe mit Nutzerkontext B2B-Schnittstellen, Kundenportale, Partner-APIs
Whitebox Vollständige technische Einblicke Maximale Abdeckung und Tiefenprüfung Kritische Kernsysteme, Compliance-getriebene Tests

Typische Schwachstellen in APIs und ihr Risiko

Fehlerhafte Authentifizierung und Autorisierung

Unzureichende Authentifizierung und Autorisierung zählen zu den gravierendsten Schwachstellen in APIs. Wenn Zugangstoken zu lange gültig sind, mehrfach verwendet werden können oder schlecht geschützt sind, werden Angriffe deutlich erleichtert.

Besonders kritisch wird es, wenn Nutzerrechte unvollständig geprüft werden und Angreifer auf fremde Accounts oder Daten zugreifen können.

Typisch sind dabei Schwächen in Rollen- und Rechtemodellen, unsaubere Prüfung von Ressourcen-IDs und der Einsatz von Standard- oder Hardcoded-Credentials in Testumgebungen, die versehentlich produktiv erreichbar sind.

Unsichere Datenverarbeitung und Informationslecks

APIs verarbeiten strukturierte Daten – und genau hier entstehen oft Lücken durch unzureichende Validierung von Eingaben. Angreifer können etwa versuchen, Felder zu manipulieren, zusätzliche Parameter einzuschleusen oder übermäßig große Requests zu senden, um Systeme zu überlasten.

Hinzu kommen Informationslecks, wenn Fehlermeldungen zu detailliert sind oder Debug-Informationen zurückgeben. Solche Antworten können interne Strukturen, Datenbanktabellen oder Konfigurationsdetails verraten, die für spätere, gezielte Angriffe genutzt werden.

Präventionsmaßnahmen: So sichern Sie Ihre Schnittstellen

Security-by-Design und technische Schutzmaßnahmen

Effektive API-Sicherheit beginnt mit einem Security-by-Design-Ansatz, bei dem Schutzanforderungen von Anfang an berücksichtigt werden. Dazu gehören eine durchdachte Authentifizierungs- und Autorisierungsarchitektur, Verschlüsselung der Kommunikation und begrenzte Rechte für alle technischen Konten.

Rate-Limits, Input-Validierung, Logging und Monitoring sind weitere zentrale Bausteine. Unternehmen sollten außerdem sicherstellen, dass nur benötigte Endpunkte öffentlich erreichbar sind und alte API-Versionen sauber abgeschaltet werden, um unbeabsichtigte Altlasten zu vermeiden.

Organisatorische Maßnahmen und kontinuierliche Tests

Neben Technik sind Prozesse und Verantwortlichkeiten entscheidend, um APIs dauerhaft sicher zu betreiben. Ein zentrales API-Register, klare Freigabeprozesse und verbindliche Sicherheitsrichtlinien helfen, den Überblick zu behalten und Sicherheitsstandards durchzusetzen.

Regelmäßige API-Pentests und automatisierte Sicherheitsprüfungen in der Entwicklungs- und Deploy-Pipeline erhöhen das Schutzniveau kontinuierlich.

Für eine unabhängige und tiefgehende Bewertung kann es sinnvoll sein, externe Experten für einen spezialisierten API-Pentest einzubinden, etwa durch eine professionelle Webservice-Prüfung von Schnittstellen und APIs durch einen erfahrenen Dienstleister.

Wichtige Schritte zur Absicherung Ihrer APIs

  1. Alle bestehenden APIs inventarisieren und klassifizieren
  2. Rollen- und Rechtemanagement klar definieren und technisch durchsetzen
  3. Transportverschlüsselung und sichere Token-Verwaltung implementieren
  4. Eingabedaten strikt validieren und Fehlermeldungen begrenzen
  5. Rate-Limits, Logging und Monitoring für alle Endpunkte aktivieren
  6. Alte API-Versionen planvoll abschalten und entfernen
  7. Regelmäßig API-Pentests und automatisierte Sicherheitsscans durchführen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist ein API-Pentest genau?

Ein API-Pentest ist eine gezielte Sicherheitsprüfung von Schnittstellen, bei der reale Angriffswege simuliert werden. Ziel ist es, Schwachstellen in Authentifizierung, Autorisierung, Datenverarbeitung und Konfiguration zu identifizieren, bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können.

Wie oft sollte ein API-Pentest durchgeführt werden?

Ein API-Pentest sollte regelmäßig und vor allem nach wesentlichen Änderungen an Schnittstellen erfolgen. Zusätzlich ist es sinnvoll, bei neuen, geschäftskritischen APIs bereits vor dem Go-Live eine umfassende Sicherheitsprüfung einzuplanen.

Für welche Unternehmen lohnt sich ein API-Pentest?

Ein API-Pentest ist für alle Unternehmen relevant, die Schnittstellen für Kunden, Partner oder interne Systeme bereitstellen. Besonders ratsam ist er in Branchen mit sensiblen Daten, komplexen Integrationen oder regulatorischen Anforderungen an Informationssicherheit.

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