Ammerland

Bad Zwischenahn: Schmerzzentrum für Rückenkranke

Das neue Projekt Multimodales Schmerzzentrum wird im Juli im Reha-Zentrum am Meer in Bad Zwischenahn an den Start gehen.

Dr. Norbert Hemken, Geschäftsführer Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn mbH, Dr. Günter Dietz, Ärztlicher Direktor Reha-Zentrum am Meer und Dr. Werner Runde, Leitender Arzt Reha-Zentrum am Meer, Jan Seeger, Mitglied des Vorstands der AOK Niedersachsen, Dr. Christian Krauth, Medizinische Hochschule Hannover, und Dr. Philipp Köster, Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, (von links) freuen sich gemeinsam auf das innovative Schmerzzentrum in Bad Zwischenahn.
Foto: Wiebke Martens

Bad Zwischenahn (am/pm) Kreuzschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden der Bevölkerung. 86 Prozent der Erwachsenen haben im vergangenen Jahr darüber geklagt. Sie sind eine der wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland und sind laut Statista für rund ein Viertel aller Krankschreibungen verantwortlich. Das neue – mit drei Millionen Euro geförderte – Projekt „Multimodales Schmerzzentrum“ im Reha-Zentrum am Meer in Bad Zwischenahn hat Patienten mit Rückenschmerzen im Blick. Im Juli soll es an den Start gehen.

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Im „Multimodalen Schmerzzentrum“ durchlaufen die Teilnehmer (zwei Gruppen á acht Patienten) innerhalb von vier Wochen verschiedene Maßnahmen, die im Vergleich zu einer üblichen Rehabilitation doppelt so intensiv ausgestaltet sind. Ziel ist es, dass die Teilnehmer nach ihrem Aufenthalt im Schmerzzentrum unmittelbar in ihren Beruf zurückkehren können. Damit nicht genug. Im Anschluss erfolgt eine einjährige Begleitung im Rahmen einer intensiven Rückfallprophylaxe, zu der auch eine individualisierte App gehört. Diese fungiert als digitales Trainingsprogramm und Bewegungstagebuch, gibt Ratschläge für einen gesunden Rücken, listet Bewegungsangebote in der Nähe auf und erinnert an Termine und anstehende Übungen. Durchgeführt wird die vierwöchige Schmerztherapie ambulant an jeweils vier oder fünf Werktagen. Bereits während der Therapie wird auf eine eigenständige, sportlich-aktive und damit rückengesunde Lebensführung hingewirkt. Die Arbeitsfähigkeit steht im Zentrum des gesamten Modells.

Das Schmerzzentrum wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit rund drei Millionen Euro gefördert. Jährlich werden durch den Fonds 300 Millionen vergeben. Bislang ist davon kein Cent in die Metropolregion Oldenburg-Bremen geflossen. „Wir haben es jetzt mit starken Partnern, ein ausgefeiltes Konzept für ein Multimodales Schmerzzentrum vorzulegen, das überzeugt hat“ sagt Dr. Norbert Hemken, Geschäftsführer Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn mbH. „Mit diesen Investitionen qualifizieren wir nicht nur das Angebot im Reha-Zentrum am Meer. Wir stärken gleichzeitig unsere Position als einer der führenden Arbeitgeber in der Region.“

Begleitet wird das Schmerzzentrum mit einer Evaluation von Dr. Christian Krauth und seinem Team vom Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Evaluation überprüft, ob durch das innovative Versorgungselement „Rückfallprophylaxe“ die Arbeitsfähigkeit, die Funktionskapazität und die Lebensqualität der Patienten verbessert und die Versorgungskosten gesenkt werden.

Nach dem Start im Juli wird das Schmerzzentrum im Herbst umziehen. Zurzeit wird ein neues 8500 Quadratmeter großes Gebäude neben dem Reha-Zentrum am Meer gebaut. Dort werden das „Multimodale Schmerzzentrum“, die „Onkologische Rehabilitation“ und die „Ambulante Reha“ einziehen.

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