Oldenburg

WerkstattKunst: Von der Werkbank an die Staffel

Die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg und das Blauschimmel Atelier kooperieren für WerkstattKunst. Die ersten Teilnehmer sind mit Eifer bei ihrer künstlerischen Arbeit.

Die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg und das Blauschimmel Atelier kooperieren für „WerkstattKunst“. Die ersten Teilnehmer sind mit Eifer bei ihrer künstlerischen Arbeit.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – Überrascht waren die Kooperationspartner – das Blauschimmel Atelier und die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) – als sich für ihr neues Projekt „WerkstattKunst“ statt der erhofften 60 Beschäftigen rund 120 Interessierte meldeten. Seit Mitte Februar nehmen nun je zwölf Menschen mit Behinderungen an fünf Arbeitstagen ihre neuen Aufgaben im Bereich verschiedener Künste wahr. Das kreative Arbeitsangebot für die GWO-Werkstattbeschäftigten hat Modellcharakter.

„Die Idee, die dahinter stand, war, dass wir auch künstlerische Arbeitsplätze – im weitesten Sinne – schaffen wollten“, erklärt GWO-Vorstand Gerhard Wessels. Bisher war das Arbeitsangebot der GWO stark produktions- und montageorientiert. Mit den Aufgaben im Café Kurswechsel an der VHS Oldenburg und der MachBar, der Kantine in der Agentur für Arbeit Oldenburg, sei die GWO aber bereits andere Wege in die Mitte der Gesellschaft gegangen, sagt Wessels. „Jetzt freuen wir uns, ein Angebot geschaffen zu haben, dass es Menschen mit Behinderungen ermöglicht, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen.“

Mit der überaus positiven Resonanz hatten die Partner nicht in diesem Maße gerechnet. Nach einem Auswahlverfahren wurde eine Warteliste eingerichtet. Zunächst soll das Projekt mit den ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aller Altersgruppen einschließlich der Senioren zunächst bis Dezember erprobt werden.

„Wir schauen nun, wie die Arbeit im Blauschimmel Atelier funktioniert und werden unser Konzept entsprechend anpassen“, so Ilaria Massari, Geschäftsführerin des Blauschimmel Ateliers. Auch für den Verein sei das Ganztagsprojekt Neuland, denn zuvor habe es ausschließlich Freizeitangebote gegeben.

Unter Anleitung der erfahrenen Künstler des Blauschimmel Ateliers arbeiten die 60 Teilnehmer im Bereich der Bildenden Kunst, der experimentellen Musik, des Theaters und des Maskenbaus und -spiels. Einer von neun Kunstlehrern, die abwechselnd tätig werden, ist Jörg Scheel. In seinem Fach, der Computerkunst, ging es auch darum, die Technik zu beherrschen. „Alleine die Maus zu bedienen, war für einige anfangs fast unmöglich“, berichtet Scheel. Gemeinsam mit den neuen Kunstschaffenden wurde deshalb ein spielerisches Maus-Trainingsprogramm entwickelt. Mittlerweile entstanden die ersten „bewegten und bewegenden“ Bilder wie ein Blumenautomat oder eine Gelddruckmaschine.

„Die entstandene Kunst soll später in die Öffentlichkeit gebracht werden“, so Massari. „Wir versprechen uns hochwertige und vielfältige künstlerische Ergebnisse, die viele Oldenburger zum Staunen bringen werden.“

Der Künstler Jörg Scheel lehrt Computerkunst. Die Gruppenmitglieder leben ihre kreative Ader aus und lernen jede Menge Technik.

Der Künstler Jörg Scheel (hinten) lehrt Computerkunst. Die Gruppenmitglieder leben ihre kreative Ader aus und lernen jede Menge Technik.
Foto: Anja Michaeli

Noch ist das Projekt „WerkstattKunst“ eine Leistung, die ausschließlich von den GWO finanziert wird. Spätestens nach dem Erprobungsjahr hoffen die Organisatoren auf finanzielle Unterstützung, damit das Projekt weitergeführt werden kann. Weitere Kooperationspartner, zum Beispiel aus dem Bildungsbereich, sind ebenfalls willkommen.

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