„Turbo-Abitur“ ist Geschichte

Auch in Oldenburg wurde gegen das G8 – das achtjährige Gymnasium – demonstriert.

Auch in Oldenburg wurde gegen das G8 demonstriert.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am/pm) Es wurde demonstriert, protestiert und gewarnt: G8 – das achtjährige Gymnasium – sei für die meisten Schüler_innen eine Zumutung. Lernstress statt Freizeit, es hagelte viel Kritik an der G8-Lösung der letzten niedersächsischen Landesregierung. Jetzt kehrt Niedersachsen im Schuljahr 2015/2016 zum Abitur nach 13 Jahren Schuljahren zurück – mit Ausnahmen für sehr leistungsstarke Schüler_innen.

Zum Abschluss des Dialogforums „Gymnasien gemeinsam stärken“, teilte die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt heute mit, dass das Abitur nach zwölf Jahren überhastet eingeführt worden sei und nicht nur an den den Schulen zu vielen Problemen geführt hätte. Auf der Basis eines Expertenberichtes hat die Kultusministerin die Kehrtwende beschlossen.

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Gymnasien und Kooperative Gesamtschulen sollen künftig das Abitur nach 13 Schuljahren anbieten. Dabei bleibt es leistungsstarken Schüler_innen offen, ein Jahr zu überspringen. Mit zusätzlichen Förderstunden werden sie unterstützt. Die Umstellung beginnt mit dem Schuljahr 2015/2016, die Jahrgänge 5, 6, 7 und 8 werden einbezogen. 2020/2021 wird der erste Schuljahrgang sein Abitur nach 13 Jahren ablegen.

„Anforderungen in der Oberstufe und der Abiturprüfung, die die Vorgängerregierung verschärft hat, werden so schnell wie möglich korrigiert. Wir werden deutliche Entlastungen umsetzen, beispielsweise in Hinblick auf die Anzahl der Klausuren und der verpflichtenden Kurse in der Qualifikationsphase“, so Heiligenstadt. Es sei ihr wichtig, dass zwar die Schulzeit gestreckt würde, aber die Kerncurricula nicht ausgeweitet werden würde. „Wir gehen nicht zurück zu den alten Lehrplänen, die vor zehn Jahren gegolten haben“. Damit soll den Schüler_innen mehr Zeit zum Lernen und zum Leben gegeben werden, die Lehrkräfte werden entlastet. Der Berufs- und Studienorientierung wird mehr Zeit eingeräumt.

Der Abschlussbericht der Expertenkommission: Dialogforum „Gymnasien gemeinsam stärken“

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