Oldenburg

Oldenburg als bundesweites Symbol für den Denkmalschutz

Seit 2013 nicht mehr in Betrieb: Die alte JVA in der Gerichtsstraße in Oldenburg.

Seit 2013 nicht mehr in Betrieb: Die alte JVA in der Gerichtsstraße.
Foto: Tobias Hadan

Oldenburg (Tobias Hadan) Deutschlandweit werden am Tag des Denkmals am 10. September mehr als 7500 Denkmäler geöffnet. Aufgrund der Vielzahl an Baudenkmalen in Oldenburg – insgesamt sind es 2500 in der Huntestadt – wurde die Stadt für die bundesweite Eröffnung ausgewählt. In Oldenburg werden am kommenden Sonntag rund 50 historische Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Veranstaltung wird um 11 Uhr auf dem Rathausmarkt von Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks eröffnet. Im Anschluss daran findet eine Gesprächsrunde zum Thema „Warum Denkmalschutz?“ statt, an der unter anderem auch die Niedersächsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajić teilnimmt.

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„Der Tag des Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung in Deutschland. An diesem Tag können Denkmäler besucht werden, die sonst verschlossen sind“, freut sich Dr. Steffen Skudelny, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Die Eigentümer berichten den Besuchern, wie sie ihre Denkmale erhalten.“ Gabriele Nießen, Baudezernentin der Stadt Oldenburg, betont, dass an diesem Tag auch das Engagement privater Eigentümer gewürdigt werden solle.

Neben klassischen Denkmälern wie zum Beispiel der Dreifaltigkeitskirche (Baujahr 1616), dem Pulverturm (Baujahr 1529) und dem Degode-Haus (Baujahr 1502) gibt es neuere Denkmäler, wie die Thomas-Kirche (Baujahr 1963), die Versöhnungskirche (Baujahr 1959) und die Freie Waldorfschule Oldenburg (Baujahr 1926). Unter den 50 Objekten befinden sich aber nicht nur Gebäude. „Wir haben ein buntes Repertoire an Denkmälern. Beispielweise stehen der Küchengarten im Schlossgarten, das Historische Wegekreuz im Eversten Holz und der Cäcilienplatz Besuchern zur Besichtigung offen“, erklärt Nießen.

Ehemalige Justizvollzugsanstalt

Das sogenannte „Hotel zur Hunte“ wurde 2013 geschlossen. Zuvor diente es über 150 Jahre als Justizvollzugsanstalt (JVA). Im ehemaligen Untersuchungsgefängnis an der Gerichtsstraße können sich die Besucher am Sonntag von 10 bis 17 Uhr umsehen. Die einstigen Gefängniszellen sind bis heute erhalten. Was mit dem Gebäude künftig geschehen soll, darüber informieren die Mitarbeiter der JVA und bieten um 11, 13 und 15 Uhr Führungen an.

St.-Lamberti Kirche

Ein Blick ins Innere lohnt sich. Die Lamberti Kirche in der Innenstadt.

Ein Blick ins Innere lohnt sich. Die Lamberti Kirche in der Innenstadt.
Foto: Tobias Hadan

Die Kirche, die ihren Namen vom heiligen Lambertus hat, liegt zwischen dem Schloss und dem Rathaus in der Oldenburger Innenstadt. Der höchste ihrer fünf Türme ist 86 Meter hoch und trägt damit wesentlich zum Erscheinungsbild der Stadt Oldenburg bei. Interessant an der Kirche ist die Architektur. Während das Gebäude im neugotischen Stil ummantelt ist, wurde im Inneren eine klassizistische Rotunde eingebaut. Die Kirche ist außerdem Grablege der Oldenburger Grafen. Am Sonntag kann die Kirche von 11.15 bis 17 Uhr besucht werden. Zusätzliche Führungen gibt es um 12, 14, 15 und 16 Uhr.

Eisenbahnklappbrücke über die Hunte

Täglich passieren die Oldenburger Eisenbahnklappbrücke sowohl Züge als auch Boote.

Täglich passieren die Eisenbahnklappbrücke sowohl Züge als auch Boote.
Foto: Tobias Hadan

Die Bahnstrecken Oldenburg-Bremen und Oldenburg-Osnabrück führen über diese Brücke. Seit 1954 / 1955 ist die Stahlkonstruktion in Betrieb. Täglich wird die Klappbrücke bis zu 20 Mal für den Schiffsverkehr geöffnet. Sie hat dafür zwei Klappen, die unabhängig voneinander geöffnet werden können. Die Öffnung erfolgt seit 2003 hydraulisch mittels Hubzylinder. Auch Fußgänger und Radfahrer haben die Möglichkeit, die Brücke zu überqueren. Das technische Denkmal kann am Sonntag von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden. Stündlich gibt es eine Führung durch Fachpersonal der DB Netz AG.

Großherzogliches Mausoleum

Nur am Tag des Denkmals können Besucher das Großherzogliche Mausoleum betreten.

Nur am Tag des Denkmals können Besucher das Großherzogliche Mausoleum betreten.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Eine Besonderheit des diesjährigen Tags des Denkmals ist die Öffnung des großherzoglichen Mausoleums auf dem Gertudenfriedhof. Herzog Peter Friedrich Ludwig lies das Gebäude mit quadratischem Grundriss von 1786 bis 1790 bauen. Grund war der frühe Tod seiner Ehefrau Friederike. Sie starb bei der Geburt ihres dritten Kindes. Auch wenn das Gebäude nur als Grabstätte für die Ehefrau des Herzogs dienen sollte, wurden dennoch alle gekrönten Häupter der Stadt Oldenburg dort beigesetzt. Von 12.15 bis 12.45 Uhr und von 14 bis 16 Uhr kann das Mausoleum betreten werden. Bei Bedarf bietet Caroline Herzogin von Oldenburg eine Führung an.

Ehemalige Arbeitersiedlung Breslauer Straße

Auf Licht, Luft und Grünanlagen wurde in der Arbeitersiedlung Breslauer Straße großer Wert gelegt.

Auf Licht, Luft und Grünanlagen wurde in der Arbeitersiedlung großer Wert gelegt.
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

In den späten zwanziger Jahren wurde der Wohnblock in Osternburg für Arbeiterfamilien errichtet. Heute ist die Straße immer noch bewohnt und weitestgehend originalgetreu erhalten. Die Arbeitersiedlung wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Von 15 bis 17 Uhr können Besucher die Siedlung besuchen. Führungen durch die Siedlung und die Gärten sind um 15.30 und 16.30 Uhr durch Anwohner der Straße möglich.

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1 Kommentar

  1. Thorsten
    8. September 2017 um 0.36 — Antworten

    Tut mir leid. Bin da eher „Spielverderber“. Ich finde, bei uns wird zu viel konserviert. Neues dagegen wird ver-/behindert, wo es geht. Auch Objekte, die nicht von allgemeinem Interesse, sondern bestenfalls für Fachleute von Bedeutung sind, werden zu immensen Kosten durch die Äonen geschleppt. Dass Oldenburg die Zentrale dieses Wahns ist, verwundert jetzt gar nicht.

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