Oldenburg

Plattdeutsches Spiel: Gedächtnistraining für Kinder

Die Grundschüler hatten Spaß beim plattdeutschen Gedächtnisspielen Mark di dat mit Gabriele Heinen-Kljajić und Stefan Meyer.

Die Grundschüler hatten Spaß beim Gedächtnisspielen mit Gabriele Heinen-Kljajić und dem Plattdeutschreferent der Oldenburgischen Landschaft Stefan Meyer.
Foto: Katrin Zempel-Bkey

Oldenburg (zb) Kärtchen umdrehen, den plattdeutschen Begriff vorlesen und das passende zweite Kärtchen finden. So einfach funktioniert „Mark di dat“, ein plattdeutsches Gedächtnisspiel, das es so bislang noch nicht gibt. Es soll Kindergartenkindern und Grundschülern die plattdeutsche Sprache näherbringen und ihnen ein Sprachgefühl vermitteln.

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Die Oldenburgische Landschaft hat es zusammen mit der Ostfriesischen Landschaft, der Landschaft Emsland / Bentheim, dem Lüneburger Landschaftsverband, dem Regionalverband Harz und dem Landschaftsverband herausgebracht und in der katholischen Grundschule Harlingerstraße in Oldenburg gemeinsam mit Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, vorgestellt. Die Kinder der dritten Klasse probierten das Spiel zusammen mit der Ministerin aus und waren begeistert.

Das Gedächtnisspiel mit 32 sehr schön gemalten Motiven erinnert stark an „Memory“. Allerdings ist dieser Begriff geschützt, weshalb das Spiel eben Gedächtnisspiel heißt. 32 Begriffe, mit denen Kinder sofort etwas anfangen können, zieren die Kärtchen. Dazu gehören der Affe, die Katze, das Schaf, die Maus, die Hose, Stiefel, der Stuhl oder der Schrank. Somit können Kinder ab sofort spielend Plattdeutsch lernen.

„Wir sind seit zwei Jahren eine von 70 plattdeutschen Projektschulen im Land“, berichtet Grundschulleiterin Birgit Brokhage, die Plattdeutsch perfekt beherrscht und es in der dritten Klasse der Grundschule Harlingerstraße unterrichtet. Für sie ist Plattdeutsch ein Lebensgefühl und genau das gibt sie an die Kinder weiter, was offenbar bestens funktioniert. Denn den Schülern waren die plattdeutschen Begriffe alle geläufig und die Ministerin, die des Plattdeutschen nicht mächtig ist, hatte wohlweislich geübt und konnte beim Spielen problemlos mithalten. Entsprechend gut war die Stimmung im Klassenzimmer.

Für Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, ist Plattdeutsch nicht nur eine lebendige Sprache, „sie bedeutet auch Rückbesinnung auf unsere Wurzeln“, sagte er. Im Vorfeld hat er „Mark di dat“ testweise mit Älteren im Krankenhäusern und Altenheim äußerst erfolgreich gespielt. Tatsächlich ist es aber für Kindergartenkinder und Grundschüler gedacht. Im Oldenburger Land können sie sich deshalb alle Grundschulen und Kindergärten an die Oldenburgische Landschaft wenden und das Spiel kostenlos anfordern.

„Plattdeutsch ist Kulturgut“, erklärte die Ministerin, die zuständig ist für den Erhalt der plattdeutschen Sprache. Sie lobte das hohe Engagement im Land, erinnerte an die vielen plattdeutschen Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Literatur und Theater und dankte den Landschaften für die verschiedenen Wettbewerbe, die das Plattdeutsche fördern. Das Spielprojekt hat sie mit 16.000 Euro gefördert. Die vier Landschaften, der Regionalverband Harz sowie der Landschaftsverband beteiligten sich jeweils mit 1500 Euro, so dass eine Auflage von 3000 Spielen möglich wurde.

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