Metall- und Elektroindustrie: Beschäftigte fordern mehr Geld

Vorbereitungen vor dem Demonstrationszug durch die Stadt: Neben dem Tarifgebiet Küste finden heute auch in den Gebieten Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen Verhandlungen der zweiten Tarifrunde statt.
Foto: Finn Gohra
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie demonstrierten am 27. Oktober in Oldenburg für höhere Löhne und sichere Arbeitsplätze. Die IG Metall hatte zu der Protestaktion aufgerufen. Der Demonstrationszug führte vom Schlossplatz zum Europaplatz. Dort findet seit 11 Uhr die zweite Tarifverhandlungsrunde zwischen der IG Metall Küste und dem Arbeitgeberverband Nordmetall statt.
Die Verhandlungen betreffen rund 130.000 Beschäftigte im Tarifgebiet Küste. Dazu gehören Betriebe im nordwestlichen Niedersachsen sowie in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Demonstration will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, nachdem die erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben war.
Was fordert die IG Metall?
Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Sie begründet ihre Forderung unter anderem mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten und dem Ziel, die Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern.
Zudem fordert die IG Metall Vereinbarungen zum langfristigen Erhalt von Arbeitsplätzen und Industriestandorten. Wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe sollen ihre Beschäftigten tariflich an Gewinnen beteiligen. Für untere Entgeltgruppen, Auszubildende und dual Studierende verlangt die Gewerkschaft eine zusätzliche soziale Komponente.
Bisher keine Einigung
Die erste Verhandlungsrunde am 8. Oktober endete ohne Annäherung. Nordmetall lehnte die Lohnforderung als zu hoch ab, legte jedoch kein eigenes Angebot vor. Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste und Verhandlungsführer, erklärte anschließend: „Wir erwarten, dass Nordmetall in der zweiten Verhandlungsrunde konkrete Vorschläge macht, damit wir ernsthaft in die Verhandlungen einsteigen können.“
Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Branche, hohe Arbeitskosten und den internationalen Wettbewerb. Die Gewerkschaft hält dagegen, dass zahlreiche Betriebe wirtschaftlich erfolgreich sind und die Beschäftigten daran beteiligt werden sollten.
Ab November sind Warnstreiks möglich
Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober. Danach darf die IG Metall zu tarifbezogenen Warnstreiks aufrufen, falls die Verhandlungen ohne Einigung bleiben. Bundesweit betrifft die Tarifrunde rund 3,7 Millionen Beschäftigte. Auch in anderen Regionen fanden Verhandlungen und Protestaktionen statt.
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