Oldenburg

Landesarchiv gewährt Blick hinter die Kulissen

Dr. Wolfgang Henninger und Dr. Matthias Nistal (von links) zeigen das Original der ersten Verfassung  des Staatsgrundgesetzes von 1849 sowie eine Originalzeichnung des einstigen Landtages und heutigen Standesamtes in Oldenburg am Pferdemarkt.

Dr. Wolfgang Henninger und Dr. Matthias Nistal (von links) zeigen das Original der ersten Verfassung des Staatsgrundgesetzes von 1849 sowie eine Originalzeichnung des einstigen Landtages und heutigen Standesamtes in Oldenburg am Pferdemarkt.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) „Demokratie Bürgerrecht“ – unter diesem Motto steht in diesem Jahr der Tag der Archive, an dem auch das Niedersächsische Landesarchiv am Standort Oldenburg teilnimmt. Am Samstag, 3. März, von 10 bis 16 Uhr sind alle interessierten Bürger eingeladen, sich Am Damm 43 gründlich umzusehen, einen Blick in die Tiefen des Archivs mit seinen 13 Kilometer Akten und 33.000 historischen Karten zu werfen.

Anzeige

Wann haben Sie Zeit? Von 8 bis 20 Uhr ist Zeit für gute Beratung. Das bietet nicht jede Bank.

Das bundesweite Motto wurde angesichts der aktuellen Probleme in der Parteienlandschaft der Bundesrepublik gewählt. „Wegen der Gefahren der medialen Manipulation und der Fehlinformationen im Internet und anderen Medien ist es notwendig, sich auf die freiheitliche Grundlage unseres Gemeinwesens, auf Demokratie und Mitbestimmung, in Deutschland zu besinnen und diese neu zu bewerten“, sagt Archivdirektor Dr. Matthias Nistal. „Denn Demokratie und Mitbestimmung der Bürger unterlag einem längeren Entwicklungsprozess. Es ist wichtig, diesen Prozess in seiner Bedeutung zu erkennen und sich der Demokratie und Mitbestimmung, der eigenen Bürgerrechte, erneut bewusst zu werden“, meint er.

Archive sind Geschichtsgedächtnisse und zugleich sichere Orte, wenn es um Fakten geht. Hier lagern die Originale, die nicht manipuliert sind. „Archive sind Häuser der Geschichte, ein Pool historischen Wissens“, sagt Matthias Nistal, der sich wünscht, dass viel mehr Lehrkräfte mit ihren Schülern Archive aufsuchen, damit Jugendlichen darüber aufgeklärt werden, welche Bedeutung Archive haben, wenn es um Wahrheitsfindung geht.

Anlässlich des Tags des Archivs zeigt im Foyer des Landesarchivs eine kleine Ausstellung mit ausgewählten Archivdokumenten die Entwicklungsstationen der Bürgerrechte und Demokratie im Oldenburger Land. Darunter das Original der ersten Verfassung des Staatsgrundgesetzes von 1849 unterzeichnet von Großherzog Paul Friedrich August. Außerdem wird die Archivarbeit vorgestellt und die Besucher sind eingeladen, Benutzungsmöglichkeiten zu erkunden und zu erfahren, wie ihre Familiengeschichte erforscht werden kann und wie in der Archivdatenbank recherchiert wird.

Deshalb sind auch Mitglieder der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde (OGF) am 3. März vor Ort, die über ihre Recherchearbeit informieren und zeigen, wie man seinen Vorfahren auf die Spur kommen kann. Tatsächlich registriert die OGF in den vergangenen Jahren ein gesteigertes Interesse an Familiengeschichte. Es sind vor allem Menschen ab 50, die Einblicke in die Familienbücher nehmen, um mehr über ihre Vorfahren herauszufinden, heißt es seitens der OGF. Und wer zu Hause die Feldpost vom Opa aufbewahrt und nicht genau weiß, was er damit tun soll, der kann sich beraten lassen, wie man mit eigener privater Überlieferung umgehen kann.

Vorheriger Artikel

Stadtarchiv: Einblicke in Familienforschung

Nächster Artikel

Radiowecker ticken nicht richtig?