Kreyenbrück

Wenige Bäume müssen weichen

Der alte Baumbestand soll in Kreyenbrück weitgehend erhalten werden. Hier ein Eindruck vom Alten Postweg aus.

Der alte Baumbestand soll weitgehend erhalten werden. Hier ein Eindruck vom Alten Postweg aus.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Auf dem Gelände der ehemaligen Hofstelle am Kielweg in Kreyenbrück möchte die Bau- und Wohnungsgesellschaft GSG Oldenburg Wohnungen bauen. Für die erste Stufe der frühzeitigen Beteiligungen hatte die Stadtverwaltung in dieser Woche in die Grundschule am Breewaterweg eingeladen. Rund 50 Bürger nahmen daran teil.

Anzeige

Die ehemalige Hofstelle ist schon seit Jahren nicht mehr bewohnt, ein baufälliges Haus musste bereits abgerissen werden. Jetzt sollen dort sechs Häuser mit rund 66 Wohnungen (ein bis drei Zimmer) und ein Wohnhaus für integratives Wohnen der Gemeinnützigen Werkstätten entstehen. Zirka 125 Personen werden dort leben. Dazu muss der seit 1979 als Gewerbegebiet ausgeschriebene Bereich in ein Mischgebiet umgewandelt werden. Das wurde im Rahmen des Beteilungsgesprächs mehrfach von Elke Wicherts (Leiterin Stadtplanungsamt Oldenburg), Stefan Scheper (Architekten Sosath Scheper) und Bernhard Gieselmann (Büro für Stadtplanung Gieselmann und Müller) deutlich gemacht.

Die Anlieger sorgten sich um den alten Baumstand, eine Buchenhecke und die Tierwelt auf dem Gelände, auch der zu erwartende Verkehr und die Höhe der geplanten Häuser wurden diskutiert. „Eines der letzten Biotope in Oldenburg soll nicht vernichtet werden“, so eine Baumschützerin, „alles wird versiegelt und plattgemacht. Ich bin absolut dagegen.“ Darauf antwortete Elke Wicherts: „Sie könnten in die Situation kommen, dass hier für einen Gewerbebetrieb ein dreigeschossiges Gebäude plus Dach Gewerbebetrieb erstellt wird. Alle Bäume könnten gefällt werden. Tabula rasa. Wir wollen das aber nicht, wir wollen den Bestand halten.“

Tatsächlich müssen fünf Eichen und acht Tannen den Bauarbeiten weichen. Die Nadelbäume auf dem Gelände, die bisher auch nicht „festgesetzt“, d.h. laut Bebauungsplan geschützt werden, sollen gefällt werden. Das gilt auch für die Eichen, die in der Mitte des Grundstücks stehen, denn sonst könne nicht gebaut werden. Jedoch wird der Bauträger 50 Bäume als Ersatz an einem anderen Standort pflanzen. „Dazu ist er nicht verpflichtet“, so Gieselmann. Für die Innenentwicklung beim Städtebau seien die Gemeinden von Ersatzmaßnahmen freigestellt. Erhalten werden die Bäume entlang der ehemaligen Hofzufahrt von der Sandkruger Straße aus, die als geschotteter Fußweg erhalten bleiben soll. Außerdem blieben die Bepflanzungen einschließlich der Buchenhecke entlang des Kielwegs unangetastet. Es bestünden Auflagen, dass beispielsweise Baufahrzeuge nicht über die Wurzeln fahren dürfen. Laut einer Auflage muss die Lage der Wurzeln von einer Fachfirma zuvor untersucht werden. Die Bäume bieten Lebensraum für einige Tierarten, unter anderem Fledermäuse, und werden bis zum Herbst untersucht, damit sie nicht beeinträchtigt werden.

Nicht begeistert waren die Anlieger über die Baubeispiele, die ihnen gezeigt wurden. Die Häuser können dreigeschossig mit Dach bzw. mit einem vierten Geschoss über ein Viertel des Gebäudes gebaut werden. Das sei zu hoch und es entstünden „Klötze“, waren einzelne Meinung, die auch vor einem neuen sozialen Brennpunkt warnten. Andere Bürger betonten, dass Oldenburg dringend neue Wohnungen bräuchte – die eben nicht exklusiv seien. Davon würden schon genug gebaut. Weitere Baubeispiele gebe es unter anderem in der Leobschützer Straße, beschwichtigte Scheper, der an diesem Abend sehr engagiert die Bedenken der Anlieger beantwortete. Befürchtungen, die Baugrenzen könnten nicht eingehalten werden, konnten die Planer entkräften. Wichtig war allen Beteiligen die große Eiche (s. Foto), die auf jeden Fall erhalten bleiben müsse. Auch darauf folgte kein Widerspruch der Verwaltung.

Das Protokoll dieser Sitzung wird nun an die Politik weitergereicht. Es folgt eine zweite Stufe der Beteiligung im Rahmen der öffentlichen Auslegung des Planentwurfes. Der Bebauungsplanentwurf liegt im Stadtplanungsamt, Industriestraße 1, Eingang C, 2. Stock für einen Monat aus. Dazu kann jeder noch einmal Stellung beziehen. Fragen zur Planung beantwortet Karin Diekstall-Heuser, Fachdienst Stadtentwicklung und Bauleitplanung, Telefon 04 41 / 235 23 08.

Vorheriger Artikel

VWG: Mehr Umsatz und weniger Schadstoff-Ausstoß

Nächster Artikel

Gespinstmotten harmlos für Mensch und Tier