Oldenburg

Auf der Suche nach dem inneren Frieden

kIm vergangenen Jahr nutzten 489 Konfliktbeteiligte an Straftaten das Angebot der Oldenburger Konfliktschlichtung.

Geschäftsführerin Veronika Hillenstedt und Mitglied des Vorstands Jochen Hillenstedt von Konfliktschlichtung e.V.
Foto: Andreas Dägling

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Oldenburg / zb – Konflikte, Streitigkeiten oder Straftaten haben oft Folgen, die ein Gerichtsverfahren allein nicht aus der Welt schaffen kann. Vor allem Opfer werden oft mit dem Erlebten nicht fertig, plagen sich mit schlechten oder sogar beängstigenden Gedanken. Deshalb sehnen sie den inneren Frieden zurück. Der Täter-Opfer-Ausgleich kann ein wirksamer Weg sein.

Das geht aus dem Jahresbericht des Vereins Konfliktschlichtung Oldenburg hervor, der jetzt vorgestellt wurde. In Oldenburg und den umliegenden Landkreisen gibt es eine gute Vernetzung zwischen dem Verein Konfliktschlichtung, staatlichen und nicht staatlichen Organisationen, insbesondere der Justiz, der Polizei, der Jugendhilfe im Strafverfahren, den Schulen, der Justizvollzugsanstalt und den Beratungsstellen. Sie alle nutzen das Angebot des Täter-Opfer-Ausgleichs für ihre Klienten. Betroffene können sich auch direkt beim Verein melden, um das niederschwellige Angebot der Konfliktaufarbeitung im geschützten Rahmen für sich in Anspruch zu nehmen.

Im vergangenen Jahr nutzten 489 Konfliktbeteiligte das Angebot. Konfliktbeteiligte im Jugendbereich kamen zu 64 Prozent und im Erwachsenenbereich zu 54 Prozent zu einer positiven Lösung. Vorausgegangen waren Körperverletzungen, häusliche Gewalt, Raub, Eigentumsdelikte, Bedrohungen, Beleidigungen, Mobbing, Erpressungen, Nötigungen, üble Nachrede, Hausfriedensbruch, Verleumdung oder Unterschlagung.

Oftmals kommt es bei Konflikten zu Handgreiflichkeiten, Schubsereien, Drohungen, Mobbingattacken oder Schlägen. Ein Streit ist dann schnell eskaliert. Konfliktbeteiligte von Straftaten haben dann die Möglichkeit, sich direkt an den Verein Konfliktschlichtung in Oldenburg zu wenden und Klärungshilfe für ihre Konfliktsituation zu bekommen. In der Regel hilft ein solches Vorgehen beiden Seiten. Das Opfer lernt den Täter kennen und umgekehrt. Beide Seiten können von ihrer Situation berichten. Die Anonymität ist weg, mögliche Ungewissheiten können ausgeräumt werden.

1987 ist der Verein Konfliktschlichtung in Oldenburg gegründet worden. Seither haben rund 15.000 jugendliche und erwachsene Konfliktbeteiligte an einem Täter-Opfer-Ausgleich (Mediation in Strafsachen) oder einer Konfliktklärung in der Schule teilgenommen. „Die Chance, schnell und unbürokratisch zu tragfähigen fairen Lösungen zu kommen, ist sehr groß“, weiß Veronika Hillenstedt, Geschäftsführerin des Vereins. „Der Konflikt wird in Ruhe besprochen, im besten Fall befriedet und ist vom Tisch.“

Seit 1996 ist der Verein mit seinem Projekt Konfliktschlichtung in der Schule (ProKids) in Oldenburger Schulen aber auch in den Schulen der umliegenden Landkreise tätig. Lehrkräfte sowie Eltern und Jugendliche können sich bei Bedarf an den Verein wenden oder wenn die Schulen ein besonderes Training zum Beispiel zum Umgang mit Konflikten für ihre Schülern wünschen.

Das Angebot der Konfliktbearbeitung bei strafbaren Handlungen ist für alle Beteiligten kostenfrei. Wer die Chance einer Konfliktaufarbeitung nutzen möchte, kann sich direkt beim Verein telefonisch unter 04 41 / 272 93 melden. Weitere Informationen unter www.konfliktschlichtung.de.

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