Oldenburg

Inklusionswoche: „Einfach für Alle“

Im Casablanca-Kino wird heute der Film Mit ganzer Kraft gezeigt.

Im Casablanca-Kino wird heute der Film „Mit ganzer Kraft“ gezeigt.
Foto: privat

Oldenburg (P.Keup/pm) Im Zusammenhang mit dem Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen findet vom 9. bis 14. Mai an vielen Stellen in der Stadt die 5. Oldenburger Inklusionswoche statt. Das Aktionsbündnis „5. Mai“ möchte mit einer Vielzahl von Aktionen unter anderem das Bewusstsein für alltägliche Barrieren schärfen. In rund 30 Veranstaltungen soll es zudem zu Begegnungen, Spaß und Austausch zwischen Menschen mit oder ohne Handicap, Alt oder Jung, hier Geborenen oder Zugezogenen und allen Interessierten kommen.

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„Einfach für alle: Gemeinsam für ein barrierefreies Oldenburg“ lautet das Motto, das sich als roter Faden durch die Woche zieht: Darunter fallen nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch alltägliche Aspekte wie die Zugänglichkeit von Transportmitteln und Kommunikationsmedien oder die Teilhabe am kulturellen Leben. So stellen sich ganz alltägliche Fragen, wie beispielsweise Antragsformulare auch in einfacher Sprache zur Verfügung gestellt werden können oder wie Dienstleitungen, Bildungs- und Freizeitangebote für alle möglich gemacht werden können. Das Programm der Woche bietet Veranstaltungen von der Diskussionsrunde bis zur Tanzperformance.

Montag, 9. Mai: Eröffnungsveranstaltung
Wie barrierefrei die Stadt Oldenburg ist, wird mit vielen unterschiedlichen Beteiligten (Stadtverwaltung, Politik, Behindertenbeauftragte, Fachleute und Betroffene) diskutiert (ab 17 Uhr im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3).

Montag, 9. Mai: „Mit ganzer Kraft“
Im Rahmen der Reihe „Forum & Film“ des Casablanca-Kinos in Kooperation mit dem Forum St. Peter der Katholischen Kirche und der Evangelischen Citykirchenarbeit wird nach der heutigen offiziellen Eröffnung der Inklusionswoche ab 20 Uhr der Film „Mit ganzer Kraft“ gezeigt. Nach der Vorstellung gibt es die Möglichkeit zu einem Gespräch.

Montag, 9. und Dienstag, 10. Mai: „Is‘ doch normal, ey“!
Kinder und Jugendliche aus sonderpädagogischen und inklusiv arbeitenden Einrichtungen aus Oldenburg und der Region bieten mit Tanz, Theater und Musik ein breites Spektrum an Kultur (Kulturetage, Bahnhofstraße 11).

Mittwoch, 11. Mai: Klönschnack der Mobilität
In einer lockereren und entspannten Atmosphäre lädt der Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg, die Selam-Lebenshilfe gGmbH, der Sozialverband VdK / Kreis-Ortsverband Oldenburg und die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) in der Zeit von 15 bis 18 Uhr auf dem Lappan zu einem Klönschnack der Mobilität ein. Ebenfalls ist es an diesem Nachmittag möglich, sich einen Bus mal in Ruhe von innen und außen anzuschauen oder auch mit oder ohne Hilfsmittel wie einem Rollator das sichere Ein- und Aussteigen in einen Bus zu üben.

Mittwoch, 11. Mai: Vortragsreihe mit Diskussion
„Wir müssen leider draußen bleiben. Oldenburger Studierende testen Barriere(un)freiheit“ heißt es bei einer Vortragsreihe mit anschließenden Diskussion. Peter Dresen von der Fachstelle Inklusion: „Wir wollen Studierenden der Oldenburger Universität und der Jade-Hochschule Gelegenheit geben, aktuelle Forschungsergebnisse zu baulichen Barrieren und Barrieren in der Kommunikation zu präsentieren. Hilfreiche assistive Technologien werden ebenso vorgestellt wie die spannende Frage beantwortet, was die Oldenburger eigentlich von Inklusion und Teilhabe halten.“ (Kulturlounge Seelig, Schlossplatz 2, ab 17 Uhr).

Donnerstag, 12. Mai: Info- und Mitmachaktion
Der Oldenburger Senioren- und Pflegestützpunktes (SPN) bringt mit einer Vielzahl von Mitmachaktionen unter dem Motto „Alltagsbarrieren erleben und abbauen“ Menschen mit den unterschiedlichsten Barrieren in Berührung. Ein Barriere-Parcours ist aufgebaut, ein Alterssimulationsanzug kann anprobiert oder das eigene Wissen zum Thema „Barrierefreiheit“ an einem Glücksrad getestet werden. Es gibt Informationen und Beratung zum Thema „Barrierefreiheit“ und die Möglichkeiten sich über altersgerechte Umbaumaßnahmen barrierefreier Wohnraumanpassung beraten lassen (ab 14 Uhr, Lambertiplatz).

Donnerstag, 12. Mai: Inklusiver Gottesdienst
Der Gottesdienst findet um 15 Uhr in der Ev.-luth. St. Johannes Kirche, Pasteurstraße 5, statt. Ab 15.30 Uhr geht es im Gemeindehaus mit einem künstlerischen und musikalischen Programm sowie Kaffee und Kuchen weiter. Die AG Schoolrocker und die Theater AG der Grundschule Kreyenbrück, das Jugendtheater Rollentausch, der Gebärdenchor und der Chor Samowar der Gemeinwesenarbeit Stadtteiltreff Kreyenbrück gestalten das Programm. Weitere Beteiligte sind das Haus Regenbogen der Diakonie, die Katholische Kirchengemeinde St. Michael, das Seniorenheim Cura und das Amt für Teilhabe und Soziales.

Donnerstag, 12. Mai: „Einfach: Zusammen!“
IBIS und das Blauschimmel Atelier beteiligen sich an der Inklusionswoche mit einem „Tag der offenen Tür“ und vielen Veranstaltungen (Druckworkshop, Konzert), Führungen, Sprachquiz, Kinderbetreuung und Begegnungen (ab 15 Uhr, Klävemannstraße 16). Zeitgleich werden am Bahnhofsvorplatz von 15 bis 18 Uhr Passanten, Bewohner des Bahnhofsviertels und Reisende über die persönliche Einschätzung der Barrierefreiheit in Oldenburg befragt.

Freitag 13. Mai: „Einfach für Alle – Gemeinsam für ein barrierefreies Oldenburg“

Das Oldenburger Aktionsbündis „5. Mai“ ruft am 13. Mai zu einer Demonstration durch die Oldenburger Innenstadt auf. Start ist um 16.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Mit der Demonstration soll insbesondere auf Barrieren in der Stadt Oldenburg aufmerksam gemacht werden: das Fehlen öffentlicher barrierefreier Toiletten, vollgestellte Behindertentoiletten in Gaststätten, fehlende Untertitel von Filmen im Kino und TV, die Verwendung „schwer verständlicher“ Sprache, der schwierige Zugang zu Rechtsansprüchen, die Pflasterung des Rathausmarktes, mangelnder Respekt und Wertschätzung gegenüber „Anderen“ sind einige der Barrieren, die Teilhabe erschweren. Um 18 Uhr findet die Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz statt (mit Gebärdensprachdolmetscherin).

Samstag, 14. Mai: Angebot im Stadtmuseum
Hier werden die Möbel der Villen Francksen und Jürgens nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Tastsinn erkundet. Dörte Mitwollen will mit ihren Gästen der Frage nachgehen, worin sich Möbel aus den verschiedenen Epochen unterscheiden: „Was macht deren Oberflächen Struktur aus, welche Materialien wurden verwendet? All das und mehr erfahren die Besucher am eigenen Leib.“ „Wir möchten das Stadtmuseum mit diesem Angebot für alle Sinne erfahrbar machen, sagt Sandrine Teuber vom Museumspädagogischen Dienst der Stadt Oldenburg (ab 16 Uhr). Der Eintritt kostet 4,50 Euro. Begleitpersonen von Menschen mit Schwerbehindertenausweis haben freien Eintritt. Eine Anmeldung bis zum 12. Mai wird telefonisch unter Telefon: 04 41 / 235 28 91 erbeten.

Das vollständige Programm zur 5. Inklusionswoche ist unter www.oldenburg.de/inklusion zu finden und liegt an allen bekannten Stellen aus.

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