IG Metall ruft zu ersten Warnstreiks im Norden auf

Warnstreik der IG Metall bei Speira in Hamburg.

Warnstreik bei Speira in Hamburg.
Foto: Peter Bisping

Die IG Metall Küste ruft nach Ablauf der Friedenspflicht zu ersten Warnstreiks in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie auf – auch im Bereich der IG Metall Oldenburg. Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Deren erstes Angebot aus der zweiten Verhandlungsrunde in Oldenburg lehnt sie als unzureichend ab.

Die Friedenspflicht endete am 31. Oktober um 24 Uhr. Für den Auftakt hatte die Gewerkschaft die Nachtschicht bei Speira in Hamburg am Sonntag, 1. November, um 0.01 Uhr aufgerufen. Weitere Aktionen sind für Montag unter anderem bei Mercedes und Lear in Bremen sowie bei Siemens Gamesa in Cuxhaven angekündigt.

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Kundgebungen in Saterland und Dinklage

Bei „Waskönig+Walter“ im Saterland ist für Montag, 2. November, um 12 Uhr eine Kundgebung vor dem Werkstor geplant. Als Redner ist Sören Frömter von der IG Metall Oldenburg angekündigt. Beteiligt sind auch Beschäftigte der „Waskönig+Walter“-Gesellschaften für Hochspannungskabel, Service sowie Besitz und Verwaltung. Zeitgleich beginnt die Kundgebung vor der „Eisengießerei“ Dinklage. Dort soll Paul Naujoks von der IG Metall Oldenburg sprechen.

Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Entgelt

„Die Arbeitgeber verlangen von den Beschäftigten faktisch eine Minusrunde. Das werden wir nicht akzeptieren. Deswegen sind Warnstreiks nötig, bis die Arbeitgeber ein tragfähiges Angebot auf den Tisch legen“, sagt Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Hinzu kommen Forderungen nach einer tariflichen Sicherung von Arbeitsplätzen und einer Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Untere Entgeltgruppen, Auszubildende und dual Studierende sollen durch eine zusätzliche soziale Komponente unterstützt werden.

Arbeitgeber bieten Einmalzahlung und spätere Erhöhung

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte in Oldenburg eine Einmalzahlung für Juli 2027 angeboten. Sie soll ein Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbudgets betragen und nach den Regeln der sogenannten Automatischen Differenzierung angepasst werden können. Nach Angaben der IG Metall soll die Zahlung bei schlechter wirtschaftlicher Lage einseitig gestrichen werden können. Ab Juli 2028 sollen die Tabellenentgelte nach dem Angebot um 1,3 Prozent steigen. Die Laufzeit soll am 31. Dezember 2028 enden.

Nordmetall will die Automatische Differenzierung ausweiten und dauerhaft fortschreiben. Der Verband erwartet zudem ein betriebliches Instrument zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung. Weitere Gesprächsthemen sollen die Senkung von Krankheitskosten und die beschleunigte Einführung künstlicher Intelligenz sein.

Verhandlungsführerin Lena Ströbele begründet die Arbeitgeberposition mit hohen Kosten und der Gefahr weiterer Arbeitsplatzverluste: „Wenn wir als Tarifparteien unseren Beitrag dazu leisten wollen, die Abwanderung von Investitionen und Arbeitsplätzen aufzuhalten, brauchen wir Ansätze, um den Standort Deutschland durch befristete und konditionierte Kostensenkungen wieder wettbewerbsfähiger zu machen.“

Nächste Verhandlung voraussichtlich in Bremen

Die Tarifparteien wollen voraussichtlich am 6. November in Bremen weiterverhandeln. Im Tarifgebiet Küste geht es um rund 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen.

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