Gesundheit

Bündnis Pflege: Konkrete Lösungen für Pflegebedürftige

Die Geschäftsführerin des Bündnis Pflege, Friederike Oltmer, Sozialdezernentin Dagmar Sachse und der Bündnis-Vorsitzende Bernd-Günter Schwabe (von links) wollen die pflegerische Versorgungslandschaft nachhaltig verbessern.

Die Geschäftsführerin des Bündnis Pflege, Friederike Oltmer, Sozialdezernentin Dagmar Sachse und der Bündnis-Vorsitzende Bernd-Günter Schwabe (von links) wollen die pflegerische Versorgungslandschaft nachhaltig verbessern.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Bereits heute sind mehr als 30.000 Menschen in Oldenburg über 65 Jahre alt, rund 8500 sind älter als 80. In den kommenden Jahren werden diese Zahlen steigen. Der demografische Wandel wird für die Gesellschaft eine zunehmend größere Bedeutung bekommen. Wenngleich viele Menschen im Rentenalter noch sehr fit sind, werden doch immer mehr Ältere auf Pflege angewiesen sein. Das stellt das Gesundheitswesen und sozialen Systeme vor große Herausforderungen. In Oldenburg arbeitet das Bündnis Pflege an Lösungen.

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Rentenlücke schließen

Im vergangenen August wurde das Bündnis Pflege mit 25 Mitgliedern gegründet, das die Themen rund um die Pflege besetzt. „Die Inanspruchnahme von Pflege soll für alle Menschen in Oldenburg gewährleistet werden“, nennt Sozialdezernentin Dagmar Sachse ein Hauptziel. Neben der Stadtverwaltung sind in dem Netzwerk Pflegekassen, ambulante, teilstationäre und stationäre Pflegeeinrichtungen und Pflegepersonal vertreten. Als Repräsentanten der Pflegebedürftigen sitzen Sozialverbände, Seniorenvertretung, Behindertenbeirat und Selbsthilfe-Organisationen mit am Tisch. Auch die Bundesagentur für Arbeit, das Jobcenter, das Versorgungsnetz Gesundheit und die Kinderkrankenpflege sind beteiligt. Vorsitzender des Bündnis Pflege ist Bernd-Günter Schwabe Leiter des Amtes für Teilhabe und Soziales der Stadt Oldenburg. „Durch den regelmäßigen Fachaustausch werden pflegepolitische und soziale Entwicklungen und Bedarfe in Oldenburg erkannt und benannt“, freut sich Schwabe.

Nachdem sich vier Arbeitsgruppen Themen wie Fachkräfte in der Pflege, stationäre Pflege, ambulante Versorgungsstrukturen in den Stadtteilen und Demenz erörtert haben, haben sich vier Arbeitsgruppen nun konkrete Aufgaben auf die Fahnen geschrieben, um die Oldenburger Pflegelandschaft weiter zu entwickeln. Es sollen unter anderem Vorschläge erarbeitet werden, wie Engpässe in der pflegerischen Versorgung im Stadtgebiet behoben werden könnten und welche Lösungswege oder Projekte vorstellbar und zu verwirklichen wären.

AG Fachtag Pflege

Für das Thema Pflege soll mehr Öffentlichkeit geschaffen werden. Zudem soll Landes- und Bundespolitik eingebunden werden. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein Fachtag Pflege für Fachpublikum und Interessierte geplant. Er soll 2019 stattfinden.

AG Quartier

„Es ist ein großer Wunsch von vielen Menschen, in der eigenen Häuslichkeit zu bleiben“, weiß Sachse. Sie möchten in ihrer Wohnung bleiben oder zumindest die gewohnte Umgebung nicht verlassen müssen. Damit das ermöglicht werden kann, seien manchmal nur kleine Hilfeleistungen notwendig. Aber alle müssten hingucken, wenn es darum geht, ob jemand ausreichend versorgt ist. Außerdem bestünde die Gefahr der Vereinsamung. Die Mitglieder der AG Quartier überlegen, wie wohnortnahe Unterstützung gewährleistet und bürgerschaftliches Engagement gesteigert werden kann. Ein Lösungsbeispiel könnte „Wohnen für Hilfe“ sein: Senioren bieten Wohnraum und Studierende leisten dafür Hilfe. Pflegewohngemeinschaften, Stadtteilprojekte der offenen Altenhilfe, Angebote von Kirchengemeinden, Stadtteilbüros und verschiedene Netzwerke werden schon in einigen Quartieren angeboten, aber nicht in allen. „Wir müssen uns den gesamten Stadtplan ansehen. Noch haben wir nicht alle Stadtbereiche im Blick“, betont Sachse.

AG Versorgungsstrukturen

Diese Arbeitsgruppe kümmert sich um Probleme wie zum Beispiel die Nachtpflege (wenn nur nachts Pflege benötigt wird). Hier soll der Bedarf ermittelt werden, um das Angebot anpassen zu können. Noch gibt es in Oldenburg keine Nachtpflege.

AG Demenz

Kinder und Jugendliche sollen zum Thema Demenz sensibilisiert werden. Eine Möglichkeit wäre ein Wettbewerb an Schulen.

Die Bezahlung von Pflegekräften, zu wenig Personal, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Armut und viele Themen mehr werden in den Überlegungen einen Rolle spielen müssen. Sachse rechnet damit, dass sich für die Zukunft zusätzliche Arbeitsgruppen zu anderen Themen bilden werden.

Über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wird regelmäßig im Sozialausschuss der Stadt Oldenburg berichtet. Das Bündnis Pflege tagt das nächste Mal am 18. Oktober.

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