Oldenburg

Geschwister Weisheit: Preisgekrönte Hochseilartistik

Die Geschwister Weisheit zeigen in Oldenburg, dass man mit Fahrrädern auf Stahlseilen nicht nur fahren kann.

Die „Geschwister Weisheit“ zeigen, dass man mit Fahrrädern auf Stahlseilen nicht nur fahren kann.
Foto: privat

Oldenburg (am) „Hochverehrtes Publikum, wir laden Sie zu der Vorführung eines Hochseilspektakels ein“, ruft Peter Mario Weisheit in den kommenden zwei Tagen den Zuschauern im famila Einkaufsland in Wechloy zu. Mit insgesamt zwölf Familienmitgliedern werden die „Geschwister Weisheit“ am Freitag und Samstag, 15. und 16. Juli, eine historische Hochseilshow „Anno dazumal“, moderne Hochseilakrobatik, die Show am höchsten Artistenmasten der Gegenwart und eine einmalige Motorradshow zeigen.

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„Sie sind konkurrenzlos und ihre Darbietungen sind sensationell“, begeistert sich Center-Leiter Lutz Herbst vom famila Einkaufsland für die Familie Weisheit, die immer hoch hinaus will und das bereits zum dritten Mal in Oldenburg. „Wir haben viele neue Programmpunkte mitgebracht“, so Weisheit, dessen Urgroßvater Friedrich Wilhelm Weisheit um das Jahr 1880 seinen Beruf als Büchsenmacher an den Nagel hängte, um sich in Thüringen einer Gauklertruppe anzuschließen. 1900 gründete er mit seinen Geschwistern eine eigene Showgruppe, die oftmals ausgezeichnet wurde. Unter anderem erhielten die „Geschwister Weisheit“ den Sonderpreis der internationalen Jury beim 35. Zirkusfestival in Monte Carlo. Heute tourt die Artistenfamilie durch Europa und bestreitet Auftritte in Thailand, im Oman oder Hongkong.

Jetzt zeigen die Artisten gleich mehrere Programmpunkte in Oldenburg:

„Anno dazumal“

Bei der historischen Show geht es um die lange Geschichte der Hochseilakrobatenfamilie aus Thüringen.

Bei der historischen Show geht es um die lange Geschichte der Hochseilakrobatenfamilie aus Thüringen.
Foto: Anja Michaeli

Das historische Programm in vier Meter Höhe wird untermalt mit Drehorgelmusik und Sprechtütenmoderation. Der Flair der Straßen- und Hochseilartistik um die Jahrhundertwende stellt den Beginn der Hochseiltradition der „Geschwister Weisheit“ vor 116 Jahren nach.

Hochseilshow

Mit Fahrrädern, Einrädern und Pyramiden zeigen die zwölf Familienmitglieder aus drei Generationen in zwölf Meter Höhe moderne Drahtseilakte. Auch der vierjährige Charly aus der sechsten Generation der Familie Weisheit wird mit von der Partie sein. Höhepunkt der Vorstellung ist die Fünf-Personen-Pyramide. „Wir sind das einzige Hochseilensemble der Welt, dass diese Leistung unter freiem Himmel präsentiert“, sagt Weisheit stolz. Zurzeit sucht er zwei mutige Frauen aus Oldenburg, die sich auf den Schultern der Artisten über das Seil tragen lassen.

Show am 62 Meter hohen Artistenmast

Nur an einer Hand hängend wird der Artist mit einem Pkw am Gittermast bis in 40 Meter Höhe hinaufgezogen. Die letzten 22 Meter des schwankenden Mastes überwindet er kletternd. Frei stehend auf dem Mast wird er ein Trompetensolo blasen.

Motorradshow „Über allen Köpfen“

Die Motorräder starten von einer zwölf Meter hohen Motorradhochstartanlage. Sie fahren über die parkenden Fahrzeugen auf dem Parkplatz des famila Einkaufslandes hinweg. „Der Parkplatz muss nicht abgesperrt werden und wir können über dem Publikum arbeiten und fahren. Das ist für uns ganz neu“, freut sich Weisheit über diese Weltneuheit. Zehn Artisten zeigen während der Show, dass man mit Motorrädern mehr als nur auf den Stahlseilen fahren kann.

Showzeiten

Freitag, 15. Juli
15 Uhr, Hochseilshow
17 Uhr, historische Show „Anno dazumal“
19 Uhr, Hochmast- und Motorradshow

Samstag, 16. Juli
11 Uhr, Hochseilshow
14 Uhr, historische Show „Anno dazumal“
17 Uhr, Hochmast- und Motorradshow

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5 Kommentare

  1. Werner Lornzen-Pranger
    20. Juli 2016 um 22.49

    Der „Kultursommer Oldenburg“ fand dieses Jahr bei famila statt. Langsam wird es mehr als peinlich für die Stadt…

  2. Helsinki
    21. Juli 2016 um 22.46

    Vielleicht habe ich es mir ja nur eingebildet, aber ich meine auch noch an einigen anderen Orten Aktivitäten vermerkt zu haben: zum Beispiel auf dem Schlossplatz (tolle Show von ‚Omnivolant‘ und einige wirklich funkenschlagende Konzerte), dem Schlosshof (nette Filme in lauer Sommerluft) oder im Schlossgarten (‚Große Literaten…“ war zwar teuer, aber genial!).
    Dass der KuSo früher länger und üppiger war, ist unstrittig. Warum aber das jetzige und immer noch gut bestückte Format für eine Stadt von der Größe und Finanzkraft Oldenburgs „mehr als peinlich“ sein soll, will mir nicht recht in den Kopf.

    • Werner Lorenzen-Pranger
      22. Juli 2016 um 11.20

      Ich weiß von Django Edwards beim ersten Kultursommer, ich habe selbst Hubert von Goisern (nur ein Beispiel) gesehen. Es gab internationale Größen auf (fast?) jedem Kultursommer. Geblieben davon ist bestenfalls Provinzielles – und Entschuldigung Daniel Megnet – aber bei aller Sympathie, Trapezarbeit hat etwas mit fliegen zu tun, nicht mit auf der Schaukel Händchen geben und dann loslassen, wenn ich dich sicher habe. Daß ich dich NACH DEM FLUG sicher habe, ist eine Selbstverständlichkeit. „Omnivolant“ war, wie ein Freund von mir sehr richig bemerkte, Kindergeburtstag. Gehen sie mal wieder in den Circus, Helsinki, und sehen sie sich richtige Trapezkünstler an. Vielleicht merken sie ja den mindestens zwei bis drei Meter großen Unterschied.
      Kino kann ich inzwischen mit nem Beamer fürn Appel und nem Ei gut zu Hause im Garten machen, junge experimentelle Kunst hat man mal eben zugunsten irgendelcher „DJ-s“ aus dem Programm genommen. PEINLICH! Über das Theater „k“ schreib ich mal lieber nichts weiter, ich war mal in „der Bar zu Krokodil“, seitdem eher besser nicht mehr. Textauswahl und Präsentation teilweise eine Katastrophe. Was an Professionalität bleibt, waren die Weisheits – nur die hatten ja eigentlich mit dem Kultursommer sonst nichts zu tun.
      Im Übrigen habe ich nicht die primär Kulturetage angesprochen, weil auch der beste Veranstalter ohne Geld nichts auf die Beine bekommt. Die Stadt will nicht, hat man den Eindruck, wie bei anderen kulturellen Einrichtungen auch. Dabei gehts Oldenburg ja noch vergleichsweise gut, woanders sind teilweise (große, berühmte) Theater und Museen schon für immer dicht. Dennoch muß der Vergleich mit Kultursommern andernorts eben auch erlaubt sein. Googeln sie mal.
      Zum Schluss: Oldenburger Musikgruppen (rund 50% des Musikprogramms!) kann ich das ganze Jahr über irgendwo in Oldenburg erleben, dazu braucht es diese Veranstaltung wahrhaft nicht.

      • Helsinki
        26. Juli 2016 um 18.57

        Danke, jetzt habe ich jedenfalls verstanden, was Sie ausdrücken wollten!

        Ich möchte mir dennoch erlauben, bei meiner Auffassung zu bleiben. Wir leben möglicherweise auf unterschiedlichen Erwartungsebenen…

        • Werner Lorenzen-Pranger
          27. Juli 2016 um 11.13

          Se müssen sich nichts „erlauben“, sie haben eine Meinung, die, zumal in dieser Sache, erst einmal zu respektieren ist.
          Meine Auffassung basiert auf dem, daß das Niveau, ich sage ausdrücklich vor allem wohl aus Geldmangel, immer weiter sinkt. Selbst Dangast / Varel bietet inzwischen mehr Professionalität in seinen Veranstaltungen – und Varel ist doch recht klein im Vergleich zum „Oberzentrum“, der „Übermorgenstadt“, Oldenburg.
          Vielleicht sollte man sich hier nicht allein auf den Töpfermarkt – pardon – die „Keramiktage“ als international hochrangig besetzte Veranstaltung verlassen? Übrigens, auch da habe ich schon mal mehr Kreativität gesehen, als in den letzten Jahren.
          Ich sagte es oben. Es gibt Städte, die machen ihre kulturellen Einrichtungen ganz einfach dicht. Selbst die Pina-Bausch Tanzcompagnie führt nur noch ein Schattendasein in einem verriegelten und verrammelten Umfeld. Noch gehen mehr Menschen in Deutschland in die Opern, Theater, Konzerte usw. als auf die Fußballplätze. NOCH! Wenn man aber die Verblödung der Gesellschaft betrachtet, die mt dem allgemeinen Kulturverfall einher geht, dann wehret den Anfängen (Es sind längst keine Anfänge mehr, oder?). Sehen sie sich einen irren Beitrag hier an, in dem einer behinderten oder traumatisierten Kindern eine lächerliche Summe zur Entwicklung nicht gönnt. Ich habe bis heute auf einen qualifizierten Widerspruch hier gewartet, aber es kommt nix. Genau das kommt bei sowas am Ende rum! 1933 läßt grüßen.
          Es gibt einen schönen Buchtitel eines niederländichen Künstlers und Architekten (Constant), der die Situation in kargen drei Worten beschreibt: „Spielen oder töten“. So gesehen ist mir das „theater k“ heute dann in der tat immer noch lieber als – gar nichts mehr.