Oldenburg

Sanierung historisch wertvoller Grabstätten

Martin Frebel, Vorsitzender des Friedhofsausschusses, Harald Lesch, Vorsitzender der VR-Stiftung, Reinhard Nannemann, Vorstand der Volksbank Oldenburg, Jobst Seeber, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Oldenburg, Dr. Jörgen Welp von der Oldenburgischen Landschaft, sowie Horst-Günter Lucke, SOK-Präsident vor der Grabsäule für Johann Hermann Detmers.

Martin Frebel, Vorsitzender des Friedhofsausschusses, Harald Lesch, Vorsitzender der VR-Stiftung, Reinhard Nannemann, Vorstand der Volksbank Oldenburg, Jobst Seeber, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Oldenburg, Dr. Jörgen Welp von der Oldenburgischen Landschaft, sowie Horst-Günter Lucke, SOK-Präsident (von links) vor der Grabsäule für Johann Hermann Detmers.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Seit 20 Jahren ist die Rede davon, die Umgebung des bedeutenden klassizistischen Oldenburger Mausoleums auf dem Gertrudenfriedhof zu sanieren. Jetzt ist es endlich soweit. Die von der Oldenburgischen Landschaft verwaltete Stiftung Oldenburgischer Kulturbesitz (SOK) kümmert sich ab sofort um die Sanierung zahlreicher historisch wertvoller Gräber und hat jetzt den ersten Unterstützer gefunden.

10.000 Euro investiert die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland in sechs Objekte. „Wir halten das Areal für historisch sehr bedeutsam und möchten es der Nachwelt erhalten“, sagt der Vorsitzende der Stiftung Harald Lesch. Dazu gehört unter anderem die Grabstele des Grafen Detlev Hans von Schmettau von 1795, die von dem Kopenhagener Hofbildhauer Johannes Wiedewelt stammt. Hervorzuheben sind auch die Grabstätte der Wicherine Gerhardine Johanne Georg (1837), bei der nicht nur die Stele, sondern auch die erhaltene eiserne Umzäunung restauriert werden sollen, sowie die Grabsäule für Johann Hermann Detmers (1831).

Diese und weitere Gräber befinden sich in direkter Nachbarschaft des jüngst vollständig restaurierten herzoglichen Museums auf dem Oldenburger Gertrudenfriedhof. Es handelt sich um ein wertvolles Ensemble von historischen Grabstätten und Grabsteinen, die alle dringend saniert werden müssen, weil sie sonst dem Verfall preisgegeben würden. Fachleute nennen das Areal auch „die gute Stube“.

Hier wurden nur bestimmte Leute beerdigt. „Das herzogliche Haus hatte das Belegungsrecht“, klärt Horst-Günter Lucke, Präsident der SOK, auf. Staatsminister und hohe Beamte wie Albrecht Ludwig von Berger und Christian Daniel von Finckh, die beide Opfer des französischen Despotismus wurden, haben hier ihre letzte und unübersehbare Ruhestätte gefunden. Es ist auch ein Ort von hoher bildhauerischer Qualität, der deshalb gern von Touristen aufgesucht wird.

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Diese Großgrabstätte lässt die Kirchengemeinde Oldenburg im Frühjahr sanieren.
Foto: Katrin Zempel-Bley

In den letzten Jahren drohte das Areal jedoch zu verwildern und zu verfallen. Daraufhin hat die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Oldenburg das Areal von Wildwuchs befreit, Sichtachsen wieder hergestellt und beschlossen, zwei große Grabbauten zu sanieren, wofür rund 80.000 Euro zur Verfügung stehen. „Wir sind überzeugt davon, dass jetzt Bewegung in die Sanierung des Areals kommt“, sagt Dr. Jörgen Welp von der Oldenburgischen Landschaft. „Sollte es vollständig hergerichtet werden, käme das einer enormen Aufwertung gleich“, betont er. 2016 sollen die ersten Gräber saniert sein. Bis dahin hofft die SOK, weitere Unterstützer zu finden.

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