Filmfest

Filmfest: Ein würdiger Abschluss

Der Seymour Cassel Award für die Beste Schauspielerin wurde an Victoria Schulz für ihre Leistung in Christian Froschs Von jetzt an kein Zurück vergeben

Der Seymour Cassel Award für die Beste Schauspielerin wurde an Victoria Schulz für ihre Leistung in Christian Froschs „Von jetzt an kein Zurück“ vergeben
Foto: Anja Michaeli

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Queer Film Festival Oldenburg

Oldenburg (am/pm) – Das 21. Internationale Filmfest Oldenburg wurde am gestrigen Sonntag mit der Closing Night Gala und den Preisverleihungen beendet. Als Abschlussfilm wurde „Jack“ von Edward Berger gezeigt.

Fünf Tage lang sahen rund 15.000 Zuschauer_innen rund 40 Lang- und zirka 15 Kurzfilme. Filme wie Karen Leigh Hopkins „Miss Meadows“ mit Katie Holmes in der Titelrolle, Rolf de Heers „Charlie’s Country“, Carlos Marques-Marcets „10.000 km“, Bradley Kings „Time Lapse“, Melanie Laurents „Breathe“, Philippe Moras „The Return of Captain Invincible“ in der großen Mora-Retrospektive oder Thomas Stillers „Frohe Ostern, Falke“ sorgten für volle Vorstellungen, und Filmemacher wie Deborah Twiss („A Cry from Within“), Till Kleinert („Der Samurai“) und David Gregory („Lost Soul: The Doomed Journey of Richard Stanley‘s Island of Dr. Moreau“) stellten dem filmbegeisterten Publikum ihre Werke vor. Zu den Stargästen des diesjährigen Festivals gehörten neben Philippe Mora Hollywoodlegende Sean Young, die auf dem OLB-Walk of Fame mit einem Stern geehrt wurde, auch Deborah Kara Unger, RP Kahl, Katharina Schüttler, Thomas Stiller, Richard Stanley, Noaz Deshe und Samantha Fuller.

Filmfest-Preise

Das Publikum stimmte für seinen Favoriten ab. Der „German Independence Award – Audience Award“ ging an Michael Samirs „Hany“. Gemeinsam mit Matej Chlupacek nahm er seinen Preis entgegen. Die Überraschung und Freude stand den beiden Filmemachern ins Gesicht geschrieben. „Hany“ war zuvor von anderen Festivals abgelehnt worden, bei denen sie sich beworben hatten. Der Film wurde mit großem Aufwand produziert. Durch die langen Sequenzen waren teilweise bis zu 45 Mikros notwendig, eine echte Herausforderung für den Tonmann. Durch diese spannende Umsetzung entstanden intensive Bilder.

Der Seymour Cassel Award für die Beste Schauspielerin wurde an Victoria Schulz für ihre Leistung in Christian Froschs „Von jetzt an kein Zurück“ vergeben. Mit Tränen in den Augen bedankte sie sich vor allem bei Christian Frosch, der ihr und anderen Crewmitgliedern eine Chance gegeben und Vertrauen geschenkt habe.

Mit einer „lobenden Erwähnung“ des Festivals wurde außerdem Raphaël Neals „Fever“ hervorgehoben, der „mit seinem mutigen und kritischen Porträt nicht nur die psychologischen Motive seiner Charaktere hinterfragt, sondern unsere Gesellschaft.“ Die „lobende Erwähnung“ sowie der Seymour Cassel Award wurden von den Mitgliedern RP Kahl, Deborah Kara Unger und Ken Meyer des neu gegründetes Filmfest-„Advisory Board“ vergeben.

Die Kurzfilmjury aus den Schauspielern Janina Elkin („SCISSU“, bester Kurzfilm 2009 in Oldenburg), Ketel Weber („Dr. Ketel“, Bester Film in Oldenburg, 2011) und dem Filmemacher Tom Bewilogua („SCISSU“) vergab zudem den Preis für den „German Independence Award“ für den Besten Kurzfilm an „Cadet“ von Kevin Meul sowie eine „lobende Erwähnung“ an seinen bemerkenswerten Hauptdarsteller Aaron Roggeman, der in dem fesselnden Vater-Sohn-Drama um einen jungen Sprinter und seinen „Coach“-Vater die Hauptrolle spielt.

„Jack“

Im Anschluss an die Preisverleihung im Staatstheater wurde Edward Bergers bewegendes Familiendrama „Jack“ gezeigt, der schon auf der Berlinale im Wettbewerb lief und von den beiden Oldenburgern Marcus Machura und Jan Krüger produziert wurde, die ihren Film in ihrer Heimatstadt präsentierten. Der sehenswerte Film mit dem großartigen Jungschauspieler Ivo Pietzcker als zehnjähriger Jack kommt bald in die Kinos.

Resümee von Torsten Neumann

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2 Kommentare

  1. Jens
    16. September 2014 um 4.14

    Hat dieses Filmfest endlich ein Ende! Danke!

    Hätte nicht einfach ein Sammelthema gereicht? Denn anscheinend hat es niemanden in Oldenburg interessiert. Gibt momentan wichtigere Dinge in Oldenburg als so ein „Möchte-Gern-Festival“

    LG

  2. Brigitte M
    16. September 2014 um 18.08

    Wie kommst Du denn zu dieser merkwürdigen These?