Oldenburg

Wiedersehen nach 50 Jahren

Vor 50 Jahren haben 84 Jugendliche als Fernmeldelehrlinge beim Fernmeldeamt Oldenburg begonnen. Jetzt haben sich 47 wiedergesehen.

47 von 84 ehemaligen Lehrlingen der Deutschen Post haben sich am Wochenende im Bümmersteder Krug getroffen.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Vor 50 Jahren haben 84 Jugendliche mit ihrer Ausbildung als Fernmeldelehrlinge beim Fernmeldeamt Oldenburg begonnen. Jetzt haben sich 47 von ihnen wiedergesehen. In Erinnerungen schwelgen und Neuigkeiten austauschen: Die ehemaligen Lehrlinge hatten sich viel zu erzählen.

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Am 1. April 1957 trafen die 15- und 16-Jährigen – oft noch in Begleitung ihrer Eltern – erstmals aufeinander. Sie kamen nicht nur aus Oldenburg, sondern ihre Heimat lag zwischen dem Osnabrücker Land bis hin zu den Nordseeinseln. Die meisten bezogen für dreieinhalb Jahre das Lehrlingsheim am Drögen-Hasen-Weg. Insgesamt haben dort 300 Auszubildende gewohnt. Die älteren Jahrgänge wurden in einem Heim an der Amalienstraße untergebracht. „Fernab von Mutterns Kochtopf“, erinnert sich Wolfgang Mechau aus Rastede. Nur wer sehr artig gewesen sei, habe ab dem dritten Lehrjahr auch in Privatzimmern wohnen dürfen.

Die ehemaligen Lehrlinge erinnern sich, dass es bei einer Belegung von acht jungen Männern je Zimmer auch schon mal zu Reibereien gekommen sei. Kein Wunder, wenn der eine Schularbeiten machen und ein anderer laut Musik hören wollte, so Mechau. Für geregelte Zeiten habe die „Hausordnung“ gesorgt: Alle mussten um 21.30 Uhr im Hause sein, um 22 Uhr war Bettruhe. Das kontrollierte der „Schließdienst“, dazu wurde verdonnert, wer „etwas angestellt“ hatte. Andere Strafarbeiten waren zum Beispiel das Abtrocknen des Geschirrs in der Großküche. Natürlich war Alkohol auf dem Zimmer streng verboten. Im Wiederholungsfall mussten die „Täter“ mit einem Rauswurf aus dem Wohnheim rechnen. Dann mussten die Eltern das Privatzimmer bezahlen. „Wir haben gelernt uns anzupassen und uns zu verteidigen. Wir haben eine tolle Freundschaft aufgebaut, die auch noch nach 50 Jahre hält“, sagt Mechau.

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