Spielplatz im Eversten Holz wird zum Waldrevier

So soll der Spielplatz im Eversten Holz neugestaltet werden.
Entwurf: Stadt Oldenburg
Oldenburg (am/ki/pm) Der Spielplatz im Eversten Holz soll ab diesem Sommer umfassend umgebaut werden. Die Stadt Oldenburg plant ein neues Areal mit dem Lebensraum Wald als Thema und dem Eichhörnchen als Leitmotiv. Grundlage sind Ideen von Kindern und Jugendlichen, die im vergangenen Jahr an zwei Beteiligungsterminen mitgearbeitet haben. Die Arbeiten sollen nach Ausschreibung und Vergabe beginnen. Anfang 2027 könnten Kinder den neuen Spielplatz nutzen, wenn Wetter und Bauablauf mitspielen.
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Der Platz soll künftig stärker zum Eversten Holz passen. Die Planung greift den Innenstadtwald, seine Tiere und seine Pflanzen auf. Kinder sollen dort klettern, balancieren, bauen, hören, fühlen und sich treffen können. Die Stadt will dafür nicht einfach Spielgeräte aus dem Katalog bestellen. Sie schreibt die Arbeiten erstmals in diesem Bereich aufgeteilt aus.
Stadt sucht individuelle Spielgeräte
Ein Auftrag umfasst Landschaftsbau, Bodenarbeiten, Pflasterungen und Bepflanzung. Die Spielgeräte vergibt die Stadt über eine funktionale Ausschreibung. Dabei nennt sie kein fertiges Gerät, sondern legt Rahmenbedingungen fest. Dazu zählen das Budget im sechsstelligen Bereich, die Fläche und die Funktionen, die der Spielplatz erfüllen soll.
Die Bietenden sollen daraus eigene Konzepte entwickeln. Die Stadt bewertet diese nach einem Kriterienkatalog. Neben den Kosten zählen vor allem Gestaltungsideen und Materialwahl. So sollen Spielgeräte entstehen, die zum besonderen Ort im Eversten Holz passen.
Kinder haben Wünsche eingebracht
Die Stadt hatte Kinder und Jugendliche früh in die Planung einbezogen. Bei einem Termin im Sommer 2025 entwickelten sie vor Ort erste Ideen für einen Waldspielplatz und bauten ein Modell. Im Herbst folgte ein zweiter Termin. Dort arbeiteten die Beteiligten ihre Vorschläge weiter aus und diskutierten sie.
Aus diesen Ergebnissen hat der Fachdienst Stadtgrün – Planung und Neubau ein Gestaltungskonzept entwickelt. Die Wünsche der künftigen Nutzer/innen fließen damit direkt in die Planung ein. Ein Beispiel ist die geplante Sandsteinmurmelbahn. Sie gehört laut Stadt zu den großen Wünschen aus der Beteiligung.
Vier Bereiche für verschiedene Altersgruppen
Der neue Spielplatz soll aus vier Bereichen bestehen. Ein Wegesystem verbindet sie miteinander. Alle Bereiche sollen barrierefrei erreichbar sein. Für Kinder von null bis sechs Jahren entsteht ein eigener Spielbereich. Ältere Kinder ab sechs Jahren bekommen einen weiteren Bereich.
Beide Spielflächen sollen Elemente zum Thema Eichhörnchen erhalten. Die Gestaltung orientiert sich am heimischen Wald. Tiere, Pflanzen und natürliche Materialien prägen das Konzept.
Neben dem Bereich für die jüngeren Kinder entsteht ein Treffpunkt für alle. Dort können Familien verweilen und picknicken. Die Stadt will dort ein Sitzmodul aufstellen, das für das Projekt „Klimaoasen Oldenburg“ entwickelt wurde.
Ein weiterer Bereich grenzt an die Spielfläche für Kinder ab sechs Jahren. Er soll mehrere Sinne ansprechen. Geplant ist unter anderem ein Summstein. Wer ihn nutzt, kann Schwingungen hören und spüren.
Hügel, Sandstein und Orientierung
In der Mitte des Spielplatzes plant die Stadt einen kleinen Hügel. Sträucher und Bäume sollen ihn zu einem bespielbaren, naturnahen Gebüsch machen. Größere Sandsteinblöcke fangen den Hügel ab und dienen zugleich als Sitzplätze.
Ein Weg aus Basaltpflaster soll die Flächen optisch verbinden. Granitsteine fassen ihn ein. Diese Einfassung soll auch Menschen mit Beeinträchtigungen Orientierung geben und sie über das Gelände leiten.
Der Bereich für ältere Kinder wird durch das Spielkonzept „Balance-Akt des Lebens“ ergänzt. Es stammt ebenfalls aus dem Projekt „Klimaoasen Oldenburg“. Kinder sollen dort erleben, wie die Bestandteile eines Ökosystems zusammenwirken. Die Kernaussage lautet: „Im Wald hängt alles zusammen – wer balanciert, erlebt das Zusammenspiel von Wasser, Boden, Klima und Lebewesen.“
Klimaoasen Oldenburg
Der Spielplatz liegt im Eversten Holz, das neben dem Schlossgarten zum Projekt „Klimaoasen Oldenburg“ gehört. Das Vorhaben soll beide denkmalgeschützten Grünanlagen widerstandsfähiger gegen Folgen des Klimawandels machen. An dem Projekt arbeiten das Landesmuseum Natur und Mensch, das Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und die Stadt Oldenburg zusammen. Das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ fördert das Vorhaben.
Für Bürger/innen bedeutet die Planung vor allem eine längere Baustellenphase auf dem Spielplatz. Nach Angaben der Stadt sollen die Bauarbeiten im Sommer starten. Bis zur geplanten Fertigstellung Anfang 2027 bleibt der Spielbereich voraussichtlich nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar. Weitere Informationen zum Projekt stehen online unter www.klimaoasen-oldenburg.de.




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