Oldenburg

Brandschutz für Menschen mit Behinderung

Sozialministerin Cornelia Rundt ließ sich in Gegenwart von BVO-Verbandsgeschäftsführer Frank Diekhoff und BVO-Verbandsvorsitzendem Sven Ambrosy von einem Feuerwehrmann moderne Feuerwehrtechnik erklären.

Sozialministerin Cornelia Rundt ließ sich in Gegenwart von BVO-Verbandsgeschäftsführer Frank Diekhoff und BVO-Verbandsvorsitzendem Sven Ambrosy (von links) von einem Feuerwehrmann moderne Feuerwehrtechnik erklären.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg/zb – Als „mustergültig“ bezeichnete Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt die inklusive Kooperationsveranstaltung des Bezirksverbandes Oldenburg (BVO) und der Mission Sicheres Zuhause zum Brandschutz für Menschen mit Behinderung, die jetzt im Oldenburger Gertrudenheim stattfand.

Menschen mit Behinderungen, 160 Fachleute aus Behinderteneinrichtungen, Feuerwehrleute und Rettungsdienste aus ganz Weser-Ems besuchten die bislang einmalige Veranstaltung und waren voll des Lobes. Neben verschiedenen Ausstellern gab es Vorträge und Workshops, die sich mit konkreten Situationen befassten.

Wenn die Sirene ertönt oder ein Feuerwehrauto mit Martinshorn an uns vorüber fährt, wissen wir genau, was das bedeutet. Menschen mit geistiger Behinderung wissen hingegen oft nicht, was diese Signale bedeuten, einige können sie gar nicht hören. Was tun sie, wenn es in ihrer Wohnung oder ihrem Wohnheim brennt? Sind sie in der Lage, Alarm auszulösen oder fürchten sie sich und können nicht richtig handeln?

„Es gibt Aktionspläne, aber sie sind nicht angepasst an diese Gruppe“, sagt Rundt. Sie wollte sich umsehen und mit Fachleuten über diese Thematik austauschen und Anregungen mit nach Hannover nehmen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen mitunter auf Hilfe angewiesen sind. Aber wir müssen ausloten, ob und wie wir sie auf den Brandfall vorbereiten können. Das heißt, unsere Hilfen müssen an die Gruppe angepasst werden“, erklärte Rundt.

Tatsächlich hat es in jüngster Vergangenheit in Behinderteneinrichtung gebrannt. „Die Ereignisse zeigen uns, wie wichtig Brandschutz für Menschen mit Behinderung ist“, meinte die Ministerin. Und so informierten sich die Tagungsteilnehmer nicht nur über einfach zu handhabende Technik, sondern befassten sich auch mit Reaktionen von behinderten Menschen, wie der richtige Umgang im Brandfall sein sollte und welche Möglichkeiten es gibt, mit ihnen den Ernstfall zu proben.

Ob die Veranstaltung künftig regelmäßig stattfindet, ist noch offen. Erst will der Bezirksverband ein Resümee ziehen. Fakt ist, dass die Organisatoren eine inklusive Veranstaltung auf die Beine gestellt haben, die allseits auf große Resonanz gestoßen ist. „Für mich war es die erste inklusive Veranstaltung dieser Art“, erklärte Rundt, die voller Anerkennung war.

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