Wirtschaftsforschungsinstitute senken Konjunkturprognose

Container, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland haben ihre Konjunkturprognose gesenkt. Das geht aus dem Herbstgutachten der Ökonomen hervor, welches am Donnerstag veröffentlicht wurde.

In ihrer Gemeinschaftsdiagnose prognostizierten die Konjunkturforscher demnach ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von 2,4 Prozent im laufenden Jahr. Im Frühjahr waren sie noch von 3,7 Prozent ausgegangen. Für 2022 erwarten sie ein Wachstum von 4,8 Prozent (Bisher: 3,9 Prozent). Mehrere Medien hatten schon im Vorfeld der Veröffentlichung über die Ergebnisse der Gemeinschaftsdiagnose berichtet.

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Im Verarbeitenden Gewerbe behinderten Lieferengpässe bei Vorprodukten die Produktion, sodass nur die konsumnahen Dienstleistungsbranchen zulegen, hieß es vonseiten der Institute. Im Winterhalbjahr 2021/2022 dürfte die Erholung weiterhin gebremst werden. So sei davon auszugehen, dass in der kalten Jahreszeit die Aktivität im Dienstleistungsbereich auch bei geringem Infektionsgeschehen unter dem sonst üblichen Niveau bleiben werde. Im kommenden Jahr werden die Beeinträchtigungen durch Pandemie und Lieferengpässe nach Einschätzung der Institute allmählich überwunden, sodass die „Normalauslastung“ wieder erreicht werde.

Die Wirtschaftsforscher rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3 Prozent im laufenden Jahr und um 2,5 Prozent im Jahr 2022. Das Defizit der öffentlichen Haushalte dürfte von 4,9 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr auf 2,1 Prozent im Folgejahr zurückgehen. Angesichts der kräftigen Zunahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts werde die öffentliche Schuldenstandsquote wohl von 71 Prozent im Jahr 2021 auf 67 Prozent im Jahr 2022 abnehmen, hieß es. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise dürften mit der Rückkehr zur Normalauslastung allmählich überwunden werden.

„Allerdings führen die Herausforderungen des Klimawandels und das demografisch bedingt absehbar niedrigere Wirtschaftswachstum zu geringeren Konsummöglichkeiten“, sagte Oliver Holtemöller, Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Zu den Wirtschaftsinstituten, die zweimal jährlich Diagnosen über die wirtschaftliche Lage in Deutschland erstellen, zählen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH Halle), das Münchener Ifo-Institut, das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) und das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

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