Wirtschaftsforscher verteidigen Lockdown

Corona-Werbung der Bundesregierung, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Führende Wirtschaftsforscher erwarten durch den November-Lockdown in Teilen der Wirtschaft eine spürbare Konjunkturdelle, verteidigen die Restriktionen aber als notwendig. „Wir rechnen mit einem Wirtschaftseinbruch von einem Prozent im vierten Quartal. Die erneuten Restriktionen werden in den unmittelbar betroffenen Branchen einen Ausfall von knapp 20 Milliarden Euro verursachen“, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Mittelfristig dürften die Einschränkungen jedoch die Wirtschaft schützen, „vor allem, wenn sie zu einem schnelleren Ende und einer besseren Begrenzung der zweiten Infektionswelle beitragen“, so Fratzscher weiter. Ifo-Chef Clemens Fuest sagte der NOZ, wahrscheinlich werde das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal durch die neuen Restriktionen auf einen Wert nahe null sinken. „Die wirtschaftliche Erholung kommt also zum Stillstand.“ Trotzdem wäre es nach den Worten von Fuest aber falsch, die Lockdown-Maßnahmen als wirtschaftlich schädlich anzusehen. „Sie sind eher eine Investition in die Vermeidung schärferer Lockdown-Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt, die unvermeidbar wären, wenn man die Infektionszahlen weiter steigen lässt.“ DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte, Hilfen für Unternehmen müssten zügig erfolgen und auch den Beschäftigten zugutekommen. „Die Vergabe der Hilfen sollte mit einer Pflicht zur Beschäftigungssicherung einhergehen“, sagte Hoffmann der NOZ. Der DGB-Chef drängte zudem darauf, die deutsche Wirtschaft „auch nachhaltig auf stabile Beine zu stellen und die anstehenden Transformationsprozesse gerecht zu gestalten“. Dazu ist es nach den Worten von Hoffmann notwendig, schon jetzt mit einem auf zehn Jahre angelegten Zukunftsinvestitionsprogramm zu beginnen. „Wir wollen keine Rückkehr zum Status quo ante. Die Wirtschaft muss resilienter, klimafreundlicher werden und gute, tarifgebundene Arbeitsplätze bieten.“

Anzeige

Foto: Corona-Werbung der Bundesregierung, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenFettleber-Erkrankungen bei jungen Erwachsenen steigen starkNachrichtenFriedenspreis des Buchhandels an Philippe Sands übergebenNachrichtenHoletschek und Bühl stellen Milliardenhilfen für Berlin infrage
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
BremenFünf Verletzte nach Pfefferspray-Einsatz in Bremer DiskothekNachrichtenMiersch will Konsequenzen von CDU nach AfD-Wahl in Sachsen-AnhaltNachrichtenMiersch schlägt Rentengipfel zur Lösung des Koalitionsstreits vorNachrichtenSPD skeptisch bei neuem Parteiausschlussverfahren gegen SchröderNachrichtenSeehofer kritisiert Merz und spricht von GlaubwürdigkeitsverlustSport2. Bundesliga: Nürnberg und Wolfsburg zünden Torfeuerwerk

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok