Waldbrände: Wohlleben warnt vor Räumung zerstörter Waldflächen

Waldbrände: Wohlleben warnt vor Räumung zerstörter Waldflächen

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Der Förster und Autor Peter Wohlleben plädiert dafür, die nach den Bränden zerstörten Waldflächen möglichst in Ruhe zu lassen. „Die Natur bekommt das hin, da bin ich zuversichtlich. Sie hat ihr eigenes Notprogramm“, sagte Wohlleben der „Rheinischen Post“ am Mittwoch. „Man sollte die Fläche einfach in Ruhe lassen.“

Das Schlimmste wäre seiner Ansicht nach, „den Boden mit Maschinen plattzuwalzen oder den Wald zu räumen“. Dann würde man „den letzten verbliebenen Humus beseitigen und den Boden verdichten sowie noch mehr der Hitze und Trockenheit preisgeben“, erklärte Wohlleben.

Anzeige

Im August waren allein im Hürtgenwald 300 Hektar und im Hohen Venn rund 3.000 Hektar abgebrannt. Die Flächen müssten zunächst auch nicht aufgeforstet werden, sagte Wohlleben. „Ich schätze, in ein bis zwei Jahren können im Hürtgenwald bereits wieder die ersten kleinen Bäume wachsen. Sicher sehen wir schon im nächsten Sommer erstes Grün.“

Sollten nach ein paar Jahren doch Anpflanzungen nötig werden, müssten unbedingt heimische Laubwälder angesiedelt werden. „Dass heimische Laubwälder komplett bis zur Krone abbrennen, kommt in der Natur eigentlich nicht vor“, so Wohlleben. „Es sind fast immer gerodete Flächen oder nicht heimische Nadelbäume, die brennen. Vor allem nicht heimische Nadelbaumarten wie Fichte, Kiefer oder Douglasie sollten wir nicht wieder anbauen. Dann legen wir die Grundlage für die Waldbrände von morgen.“

Wohlleben ist studierter Forstwirt und hat mehrere Bücher rund um das Thema Bäume und das Ökosystem Wald geschrieben. Sein Werk „Das geheime Leben der Bäume“ wurde 2020 verfilmt.

Es ist schwierig, Aussagen zum Zusammenhang von Waldbränden mit dem Klimawandel zu treffen, weil für viele Weltregionen nur wenige verlässliche Daten zu Waldbränden vorliegen und Faktoren wie das Waldmanagement und Brandstiftung eine Rolle spielen. Wetter mit hoher Brandgefahr, sogenanntes „Feuerwetter“, hat allerdings auf allen Kontinenten zugenommen. In Südeuropa, dem Norden der eurasischen Landmasse, in den USA und Australien lässt es sich klar auf die globale Erderhitzung zurückführen, dass die Wahrscheinlichkeit von Bränden und die insgesamt verbrannten Flächen zugenommen haben. Die Erderhitzung schreitet voran, solange insbesondere durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gebracht werden.

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenExperten bewerten Medienbildung an Schulen als mangelhaftNachrichtenAtes hält Zehn-Punkte-Plan gegen Islamismus für unzureichendNachrichtenEnergiepreise: Linke will 470 Euro Hilfe pro Kopf
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenLieberknecht sieht AfD-Sieg als Plebiszit ostdeutscher BefreiungSportEuropa League: Leverkusen schlägt NK CeljeNachrichtenUS-Börsen nach Zinsentscheid uneinheitlich – Dow deutlich schwächerNachrichtenDobrindt kündigt „klare Kante gegenüber Sozialbetrügern“ anNachrichtenSPD will drei Sofortmaßnahmen gegen hohe SpritpreiseNachrichtenFederal Reserve erhöht Leitzins erstmals seit 2023

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026UOdMVerkehrFilmfest
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok