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Verbraucherschützer warnen vor Notkrediten für Studenten

Junge Leute vor einer Universität, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Verbraucherschützer und die Grünen warnen Studierende vor den Corona-Notkrediten der Bundesregierung. „Die Kredite sind problematisch, weil die Zinslast zur Gefahr werden kann“, sagte Michael Herte, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale in Schleswig-Holstein, dem „Spiegel“. Seit Anfang Mai können Studierende, denen im Zuge der Coronakrise der Nebenjob weggebrochen ist, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Darlehen von bis zu 650 Euro monatlich beantragen.

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte angekündigt, das Darlehen bis Ende März 2021 zinsfrei zu stellen. Für Studierende, die sechs Monate lang den Höchstbetrag in Anspruch nähmen, betrage die Entlastung allerdings bis dahin nur 49,60 Euro, heißt es in einer Antwort des Bildungsressorts auf eine Kleine Anfrage der Grünen, über die der „Spiegel“ berichtet. Anschließend drohen erhebliche Zinsaufschläge. Nach dem Standardtilgungsplan der KfW über zehn Jahre ergeben sich knapp 1.200 Euro zusätzlich zur Darlehenslast. Der grüne Bildungsexperte Kai Gehring warnte vor einer Nothilfe nach dem Muster „Geiz ist geil“. Die „großspurig verkündete Zinsentlastung“ entpuppe sich als „Lockangebot in eine erschreckende Schuldenfalle“. Auch Verbraucherschützer Herte kritisiert die Bedingungen: „Ich verstehe nicht, warum man diese Überbrückungshilfe für Studierende nicht dauerhaft zinsfrei stellt.“

Foto: Junge Leute vor einer Universität, über dts Nachrichtenagentur

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