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SPD fordert von Unternehmen mehr Einsatz für IT-Sicherheit

Computer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chefin Saskia Esken fordert von Topmanagern in Deutschland mehr Anstrengungen gegen mögliche Cyberangriffe. „Die Bedrohungslage in Wirtschaft und Gesellschaft, die durch Datenmissbrauch, den Diebstahl geistigen Eigentums oder gar Sabotage gegeben ist, muss von den Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik ernstgenommen werden“, sagte sie dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe).

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Nur so könnte der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur und bei der fortschreitenden Digitalisierung der Produktion, aber auch beim Formulieren von Gesetzen die richtigen Entscheidungen für eine proaktive Stärkung der IT-Sicherheit getroffen werden, so die SPD-Politikerin. Das Mitdenken der IT-Sicherheit schon in der Architektur von IT-Systemen müsse endlich Standard werden. Hintergrund ist der „Cyber Security Report 2021“, der vom Meinungsforschungsinstitut Allensbach und dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach sehen Führungskräfte und Politiker den Datenbetrug als höchstes Cyberrisiko für die Menschen in Deutschland an.

Auf ein neues Rekordhoch stieg auch die Sorge, dass die öffentliche Meinung durch gefälschte oder unrichtige Nachrichten manipuliert wird. Esken sprach vor diesem Hintergrund von einer „enormen Verantwortung“ der sozialen Netzwerke als Teil-Öffentlichkeiten. Doch hätten auch Qualitätsmedien, Schulen und Volkshochschulen „die wichtige Aufgabe, über diese Phänomene aufzuklären und so zur Souveränität der Mediennutzer beizutragen“. Lügen aufzudecken und ihnen die Wahrheit gegenüberzustellen, sei nur in besonderen Fällen Aufgabe des Staates – ein „Wahrheitsministeriums“ lehnt Esken ab.

Auch der SPD-Digitalpolitiker Jens Zimmermann sieht die Plattformbetreiber am Zug. Sie müssten „ihrer Verantwortung gerecht werden und Manipulationsversuche der öffentlichen Meinung offenzulegen und strafrechtlich relevante Fake-News unterbinden“. Eine Klarnamenpflicht sei abzulehnen, weil sie diejenigen zum Schweigen bringe, „die auf eine anonyme oder pseudonyme Kommunikation angewiesen sind – etwa beim Engagement gegen Rechtsextremismus“.

Foto: Computer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur

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