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SPD-Chef fordert Reform der Finanzaufsicht

Skyline von Frankfurt / Main, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chef Norbert Walter-Borjans fordert nach dem Wirecard-Skandal eine Reform der Finanzaufsicht. „Die Finanzaufsicht muss innovativer und schlagkräftiger werden“, sagte Walter-Borjans dem „Handelsblatt“. Eine Reform wie sie Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) angekündigt habe, müsse allen Hinweisen auf Ungereimtheiten nachgehen.

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Konsequenzen forderte der SPD-Chef auch für die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften: „Wir benötigen eine von den BigFour tatsächlich unabhängige Kontrolle.“ Die EU-Kommission habe schon 2011 Vorschläge gemacht. Als „BigFour“ werden die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte, KPMG, EY und PWC bezeichnet. Der Skandal bei Wirecard lege „schonungslos offen, dass das Prüfsystem in Deutschland mit der Entwicklung der Finanzkriminalität schon lange nicht mehr Schritt hält und deshalb versagt hat“, so Walter-Borjans. „Auch die 2016 eingerichtete Prüfer-Aufsichtsstelle Apas, in der die einstigen Wirtschaftsprüfer der BigFour sitzen, hat diese Aufgabe nicht erfüllt“, so Walter-Borjans. Deutschlands Rang als „Geldwäsche-Paradies und Tummelplatz für Finanzakrobaten“ schade nicht nur dem Image als Finanzplatz. „Er verursacht auch Schaden in Milliardenhöhe.“

Foto: Skyline von Frankfurt / Main, über dts Nachrichtenagentur

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