Ökonom: KI löst Fachkräftemangel nicht

Ökonom: KI löst Fachkräftemangel nicht

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Künstliche Intelligenz (KI) wird nach Einschätzung des Arbeitsmarktökonomen Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg nicht dabei helfen, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.

„Arbeitskräftemangel lässt sich nicht wegdigitalisieren“, sagte Weber der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). „Technologischer Fortschritt führt nicht automatisch dazu, dass wir keine Fachkräfte mehr brauchen. KI kann dabei helfen, Tätigkeiten produktiver zu machen, Prozesse zu verbessern und Wohlstand zu steigern – aber sie ersetzt keine gute Fachkräftepolitik. Um die müssen wir uns weiterhin selbst kümmern.“ Dazu gehöre, berufliche Entwicklungschancen besser zu nutzen, etwa für Frauen oder Zugewanderte, und ältere Beschäftigte so im Erwerbsleben zu halten, dass es für sie eine Perspektive und keine Belastung sei, sagte Weber.

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KI werde auch nicht automatisch dazu führen, dass Menschen künftig weniger arbeiten, sagte Weber. Wenn KI gut eingesetzt werde und zu produktiveren Geschäftsmodellen führe, dann könne dadurch mehr Wohlstand entstehen. Auf dieser Grundlage könnten Menschen natürlich auch entscheiden, weniger zu arbeiten – wenn sie Einkommenseinbußen hinnehmen. Er glaube nur nicht, dass das automatisch für alle so kommen werde. Mit wachsendem Wohlstand veränderten sich Erwartungen, Lebensstandards und Ansprüche, sagte der Wirtschaftswissenschaftler.

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