Merck warnt vor „Impfstoffkrieg“

Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

Darmstadt (dts Nachrichtenagentur) – Merck-Chef Stefan Oschmann warnt vor Exportbeschränkungen für Impfstoffe aus der EU. „Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung, über die ich mir große Sorgen mache. Ein Impfstoffkrieg wird allen schaden“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

Die Europäische Union lässt bisher die Ausfuhr von Corona-Impfstoffen zu, obwohl in der EU Mangel herrscht. Das könne man den Bürgern kaum noch erklären, hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Wochenende gesagt und mit weiteren Exportbeschränkungen, vor allem gegen Astrazeneca und Großbritannien, gedroht. Von der Leyen hatte bereits am Mittwoch neue Exportauflagen ins Spiel gebracht und dabei auch Exporte in solche Länder infrage gestellt, in denen ein höherer Anteil der Bevölkerung geimpft ist als in der EU. Damit wären neben Großbritannien auch die USA gemeint. Dass die Vereinigten Staaten Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs lagern, obwohl ihn die US-Arzneimittelbehörde FDA noch gar nicht zugelassen hat, verteidigte Oschmann: „Mit Blick auf eine erwartete Markteinführung für ein solches Produkt ist das durchaus rational.“

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Merck produziert unter anderem Einweg-Reaktoren und Filter für die Biotech- und Impfstoffproduktion überwiegend in den USA. „Wenn die EU jetzt anfängt, Exportverbote in die USA zu verhängen, könnte die US-Regierung darauf leicht reagieren und vieles in der europäischen Pharma- und Biotechindustrie lähmen“, befürchtet der Merck-Chef, der sein Amt Ende April an Belén Garijo übergibt. Die USA hätten „eine starke Position“. Zeitgleich hält Oschmann es „für sehr vernünftig, über den Ausbau der lokalen Impfstoff-Kapazitäten nachzudenken“, um für künftige Pandemien besser gewappnet zu sein.

„Es ist generell extrem wichtig für Europa, sich gegenüber den USA und auch China eine starke Position in der biomedizinischen Forschung und Produktion zu sichern.“

Foto: Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

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