Marine-Inspekteur warnt vor Munitionsresten in Nord- und Ostsee

Eine Boje im Meer, über dts Nachrichtenagentur

Rostock (dts Nachrichtenagentur) – Marine-Inspekteur Andreas Krause hat vor akuten Gefahren durch große Mengen an Munitionsresten in Nord- und Ostsee gewarnt. „Das sind tickende Zeitbomben“, sagte der Vize-Admiral der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).

Das aus dem Zweiten und zum Teil sogar aus dem Ersten Weltkrieg stammende Material sei inzwischen hochgradig korrodiert. Weil die Sprengstoffe in den Bomben, Minen oder Torpedos zum Teil bereits auskristallisiert seien, reichten schon kleine Erschütterungen, um verheerende Detonationen auszulösen. „Die Munitionsreste in Nord- und Ostsee sind eine Gefahr – sowohl für die Umwelt, als auch für Leib und Leben sowie die Schifffahrt“, erklärte der Inspekteur. Gerade wegen der Instabilität der Munitionsreste bleibe in vielen Fällen nur das Sprengen. „Wir sind nicht sprengwütig, denn wir wissen um die Auswirkungen etwa auf Schweinswale. Aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit zum Schutz der Menschen und der Schifffahrt“, erläuterte Krause. Kritik übte er an der mangelnden Ausstattung der Marine, was auch Auswirkungen auf die Moral der Truppe hätte. „Derzeit haben wir es mit einem klaren Missverhältnis zu tun“, sagte Krause.

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Es gebe zu wenig Schiffe und Boote, um sowohl die Einsätze im Rahmen des Krisenmanagements zu bedienen als auch die Interessen Deutschlands durch Präsenz zu zeigen. „Wir haben die Marine über Jahrzehnte abgewirtschaftet“, erklärte Krause. Von fast 200 schwimmenden und fliegenden Waffensystemen sei die Marine auf unter 50 verkleinert worden. „Einsatz, Ausbildung und Instandsetzung kriegen wir gerade hin, aber wir sind hier absolut auf den Rand genäht“, erläuterte der Inspekteur.

Falle eine Einheit aus, müssten Vorhaben gestrichen werden. „Wir haben keine Reserven“, unterstrich Krause. Jede Planänderung wirke sich aber auf das Leben vieler Menschen aus. „Wer zur Marine geht, weiß, dass er zur See fährt. Aber er möchte gerne wissen, wann er losfährt und wann er zurückkommt. Das muss auch die Familie verlässlich wissen. Wenn das aber nicht planbar ist, demotiviert das und macht den Beruf unattraktiv“, erläuterte Krause.

Foto: Eine Boje im Meer, über dts Nachrichtenagentur

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