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Linken-Chefin kritisiert Milieudebatte in ihrer Partei

Linkspartei-Logo auf Parteitag, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Linken-Chefin Katja Kipping macht für die Schwäche ihrer Partei im Osten und die Abwanderung von Wählern zur AfD eine falsche Debatte um Milieus verantwortlich. „Ich kann das Wort urban nicht mehr hören“, sagte Kipping der „taz“ (Montagsausgabe) „Die Milieudiskussion ist eine in der Politikblase. Die Debatte, ob man Filterkaffee oder Latte Macchiato trinkt, sollte für Linke nicht entscheidend sein.“

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Als Gegenbeispiel nannte Kipping die von ihrer unterstützte Vier-Tage-Woche, die „bei der IG Metall und Stahlarbeitern ebenso auf Interesse stößt wie bei IT-Arbeitern am Laptop“. Kipping hatte am Freitag bekannt gegeben, dass sie auf dem Parteitag im Oktober nicht mehr als Parteivorsitzende kandidieren wird. Den Entschluss habe sie schon im März gefällt, sagte Kipping der Zeitung. „Dann hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. In dieser Situation wäre es verantwortungslos gewesen, eine Nachfolgediskussion anzuzetteln“. Eine Regierung ohne Union hält Kipping trotz derzeit schlechter Umfragen für Grüne, SPD und Linkspartei für möglich. „Vor der Coronakrise hatten die Parteien links der Union zusammen fast 50 Prozent. Die 37 Prozent der Union sind 37 Prozent Angela Merkel. Doch die tritt nicht mehr an. Das kann eine Dynamik erzeugen, die wir nutzen sollten.“ Kipping sagte der „taz“, dass sie erneut für den Bundestag kandidieren will. Sie werde sich wieder für ein Direktmandat in Dresden bewerben.

Foto: Linkspartei-Logo auf Parteitag, über dts Nachrichtenagentur

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