Nachrichten

Lamya Kaddor fordert Aktionsplan gegen antimuslimischen Terrorismus

Lamya Kaddor, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von Hanau hat die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor ein systematisches Vorgehen gegen islamfeindlichen Terrorismus gefordert. „Es ist Zeit für einen bundesweiten Aktionsplan gegen antimuslimischen (Rechts-)Terrorismus. Dazu gehören der Einsatz von Sicherheitsbehörden, Aufklärungskampagnen und Präventionsprojekte“, schreibt Kaddor in einer Kolumne für das Nachrichtenportal T-Online.

Anzeige

„Wir dürfen Hanau, Terrorzellen wie `Der harte Kern` oder Bombendrohungen gegen Moscheen nicht als Einzelfälle abtun, sie sind es nicht.“ Derzeit prüfe niemand systematisch, ob es übergeordnete Zusammenhänge gebe, kritisierte Kaddor. Dabei sei es offenkundig, dass es bestimmte Querverbindungen gebe. Trotzdem fehlten weiterhin belastbaren Erkenntnisse dazu. Kaddor forderte eine sicherheitspolitische Debatte, die über wissenschaftliche Kreise und Betroffenengruppen hinausgehen müsse: „Wir müssen mehr über die ideologischen Verbindungen der rechtsextremen Täter und Täterinnen erfahren, niemand wird plötzlich zum Terroristen.“ Dieses Wissen stünde der Öffentlichkeit zu: „Die Bedrohung ist mittlerweile so akut, dass die Bevölkerung ein Recht auf Details hat, genauso wie sie ein Recht auf die Details der Islamistenszene hat.“

Foto: Lamya Kaddor, über dts Nachrichtenagentur

Vorheriger Artikel

Kommission empfiehlt Rundfunkbeitrag-Erhöhung auf 18,36 Euro

Nächster Artikel

Hanau: Seehofer und Lambrecht kündigen Aufklärung an