Familienverband kritisiert geplante Elterngeldreform scharf

via dts Nachrichtenagentur

Der Deutsche Familienverband (DFV) hat die Reformpläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) für das Elterngeld deutlich kritisiert.

Die nun konkretisierten Pläne von Prien, die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes von 14 auf 12 Monate zu kürzen und gleichzeitig die zwingenden Partnermonate von zwei auf drei zu erhöhen, seien ein „schwerer Schlag für junge Familien in Deutschland“, sagte DFV-Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). Dass dieser massive Einschnitt der Öffentlichkeit als Fortschritt in Sachen Partnerschaftlichkeit und Gleichberechtigung verkauft werden solle, sei eine politische Mogelpackung.

Heimann forderte die Bundesregierung auf, den Gesetzentwurf zurückzunehmen. „Das Elterngeld darf nicht länger zur haushaltspolitischen Manövriermasse degradiert werden“, sagte er.

Der Verband fordere stattdessen eine echte, inflationsausgleichende Erhöhung des Elterngeldes und eine Familienpolitik, die den Eltern echte Wahlfreiheit lasse, anstatt sie durch finanzielle Daumenschrauben in staatlich gewünschte Lebensmodelle zu pressen.

Nachdem die SPD im Wahlkampf eine Erhöhung der Elterngeldmonate von 14 auf 18 versprochen hatte, hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, beim Elterngeld mehr Anreize für Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung zu setzen. „Das erreichen wir beispielsweise durch erhöhte Lohnersatzraten und veränderte Anzahl und Aufteilung der Bezugsmonate des Elterngeldes“, hieß es. „Wir wollen die Einkommensgrenze sowie den Mindest- und Höchstbetrag spürbar anheben. Bei Selbstständigen werden wir die Berechnungsgrundlage für das Elterngeld flexibilisieren. Wir stärken die Rechte von Pflegeeltern und führen für sie ein Elterngeld ein.“

dts Nachrichtenagentur

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