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Diakonie bemängelt Umsetzung einrichtungsbezogener Impfpflicht

Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, hat Bund und Ländern mangelnde Professionalität bei der Einführung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht Mitte März vorgeworfen. „Die Politik hat dieses Gesetz so schlecht vorbereitet, dass die Unsicherheiten in den Häusern massiv sind“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe).

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In vielen Bundesländern sei nicht klar, welche Einrichtungen unter die Impfpflicht fielen und wie die Vorgesetzten mit ungeimpften Mitarbeitern umgehen sollen. „Ich habe selten erlebt, dass ein so wichtiges Gesetz so unprofessionell angegangen wurde“, sagte Lilie. Grundsätzlich unterstütze er die Impfpflicht in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Es brauche aber dringend bundeseinheitliche Regeln.

„Am Ende spielt dieses Durcheinander noch Demokratiehassern und Impfgegnern in die Hände, das wäre das Schlimmste.“ Die Diakonie betreibt bundesweit unter anderem knapp 400 Krankenhäuser und etwa 3.000 Pflegeheime. Nach Angaben Lilies sind zwischen zehn und 15 Prozent der insgesamt 600.000 Beschäftigten der Diakonie nicht geimpft. Personal, das nahe an Patienten und Betreuten arbeite und seine Corona-Impfung nicht nachweise, könne gekündigt oder versetzt werden.

Wegen des hohen Krankenstands und zahlreichen Quarantäne-Anordnungen im Zusammenhang mit der Omikron-Welle stünden die Einrichtungen im März vor großen Problemen, so Lilie. Über die offenen Fragen bei der Einführung der Impfpflicht sagte er: „Meine Sorge ist, dass dieses Chaos manche Einrichtungen Schachmatt setzt.“

Foto: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    4. Februar 2022 um 19.16

    „Personal, das nahe an Patienten und Betreuten arbeite und seine Corona-Impfung nicht nachweise, könne gekündigt oder versetzt werden.“

    Ich fürchte ja, täglich negativ Getestete sind für Patienten und Pfegebedürftige weniger gefährlich als „Geboosterte“, die zwar sehr wohl Virenüberträger sein können, aber nun mal eben nicht getetstet werden.
    Im Gundsatz läuft ja doch alles darauf hinaus, daß einen Eingriff wie eine Impfung jeder für sich selbst zu enstscheiden und zu verantworten hat – und, statt schon wieder die Verfassung zu bemühen, mal ein Hinweis auf den großen deutschen Philosophen Immanuel Kant, der dazu aufrief, daß jeder in jeder Lebenslage seinen eigenen Verstand bemühen müsse und nach der eigenen Verantwortlichkeit zu handeln habe. Wir alle kennen ja die Darstellungen Kants, stets mit „Alu-Hut“ und etwas wirr-vergeistigtem Gesichtsausdruck (-oder hieß der jetzt doch nun wieder Precht?-) aus den Geschichtsbüchern… 🙂
    Herrn Lilie jedenfalls sei geraten, seine Bildungslücken, was die Grundlagen unserer Demokratie und Kultur angeht, schnellstmöglich zu füllen, das würde der „Diskussion“, gerade dort wo es keine geben sollte und dürfte, sehr behilflich sein. VIelleicht wäre es ja zu diesen Studienzwecken sogar möglich, einen ihn derzeit offensichtlich überfordernden Posten ruhen zu lassen – oder besser noch, ganz zu verlassen. Das wäre dann eben nur EIN Arbeitsloser an einer offensichtlich nicht so wichtigen Stelle, statt womöglich hunderte Pflegende, die tatsächlich immer gebraucht werden und konkrete Arbeit leisten.