Kultur

Oldenburger Archive öffnen ihre Schatztruhen

Claus Ahrens, Gerd Steinwascher, Karin Jens, Kerstin Sturm, Romy Meyer und Ali Zahedi laden zum Tag der Archive am 5. März in Oldenburg ein.

Claus Ahrens, Gerd Steinwascher, Karin Jens, Kerstin Sturm, Romy Meyer und Ali Zahedi (von links) laden zum Tag der Archive am 5. März in Oldenburg ein.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – „Mobilität im Wandel“ unter dieser Überschrift steht der bundesweite Tag der Archive am 5. März, der alle zwei Jahre stattfindet. Die Oldenburger Archive haben sich erstmals zusammengetan und laden die Bürger von 11 bis 17 Uhr ins Niedersächsische Landesarchiv am Damm 43 ein. Mit „Migranten und Flüchtlingen – Kommen und Gehen in Stadt und Region Oldenburg“ befassen sie sich und öffnen ihre Schatztruhen.

Neben Gerd Steinwascher und Romy Meyer vom Landesarchiv werden Claus Ahrens vom Stadtarchiv Oldenburg, Kerstin Sturm vom Universitätsarchiv der Uni Oldenburg, Karin Jens vom Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche und Ali Zahedi vom Oldenburger Medienarchiv-Werkstattfilm sowie die Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde ihre Arbeit vorstellen.

„Angesichts der aktuellen Probleme, die unsere Gesellschaft in Europa, der Bundesrepublik aber auch konkret unsere Region bewegen, zeigen wir anhand von Dokumenten, das Menschen seit Jahrhunderten in Bewegung sind, kommen und gehen“, sagt Prof. Dr. Gerd Steinwascher, Leiter des Landesarchivs in Oldenburg.

Er erinnert an Hollandgänger im 18. Jahrhundert. Sie gab es primär in Südoldenburg. Bis zu zehn Prozent der Männer verdienten ihren Lebensunterhalt im Nachbarland. Es war die einzige Möglichkeit, die Familie zu ernähren. Millionen Deutsche sind nach Nordamerika ausgewandert, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ende der 1950er Jahre kamen die ersten Gastarbeiter nach Deutschland und wirkten am Wirtschaftswunder mit, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Menschen zwar dauernd in Bewegung waren, jedoch keineswegs immer freiwillig. Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler gehören unter anderem ebenso dazu wie aktuell die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak. „Wir öffnen unsere Archive, zeigen entsprechende Unterlagen, die Wanderungsbewegungen dokumentieren“, sagt Steinwascher. Ganze Lebensgeschichten werden hautnah erzählt. Auch von Aussiedlern, die in Südoldenburg ankamen. Rund 25.000 „Vorgänge“ hat das Landesarchiv von den zuständigen Landkreisen übernommen, um sie zu erschließen.

Am Tag des Archivs können sich die Besucher eine kleine Ausstellung und kurze Filme zum Thema ansehen und werden feststellen, dass Migration in ganz unterschiedlicher Form in den letzten beiden Jahrhunderten stattgefunden und dass es unter anderem auch deutsche Wirtschaftsmigranten gegeben hat. Es gibt Führungen, wertvolle Archivalien werden gezeigt und die Datenbank erläutert, die den Nutzern zur Verfügung steht.

Darüber hinaus wird die Arbeit der Archive vorgestellt, und wer wissen möchte, wie Familienforschung funktioniert, der ist ebenfalls am richtigen Ort. Das Stadtarchiv veranstaltet einen Schülerwettbewerb und das Universitätsarchiv, das es erst seit 2011 gibt, informiert über ausländische Studierende. 1976 waren es 33, heute studieren 1011 an der Universität Oldenburg.

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1 Kommentar

  1. Karl
    5. März 2016 um 9.10

    Ausgerechnet Angehörige der höheren Einkommensstufen im ÖD, die sich nicht um Arbeitsplätze balgen müssen, bei der Wohnungssuche nicht die schlechtesten Karten haben und auch bei IGeL noch auf Zuschüsse ihres Arbeitgebers Anspruch haben. heben moralisierend den Zeigefinger. Was wollen Sie uns – wenn wie hier auch durch die Blume – sagen? Wollen sie uns moralisch in die Pflicht nehmen oder uns lediglich andeuten, daß jeder Widerstand gegen die Merkelsche Alternativlosigkeit eh zwecklos ist?
    Herr Professor Steinwascher lebt berufsbedingt möglicherweise mehr in der Vergangenheit. Ihm und und den anderen im Beitrag genannten Personen empfehle ich, sich über die derzeit gültigen Einreisevorschriften von Ländern wie Australien, Kanada oder USA sachkundig zu machen. Auch eine Flugreise nach Zentralamerika mit Zwischenlandung in Miami, Fla. kann ein einschneidendes Erlebnis werden, wenn man nicht im Besitz eines gültigen Transitvisums ist.